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Wassergarten anlegen: worauf es wirklich ankommt

Ein Teich ist kein Loch mit Folie. Was ihn über Jahre klar hält, entscheidet sich in den ersten beiden Arbeitstagen: bei der Profilierung und bei der Frage, wohin das Wasser geht, das von außen kommt.

Anlegen der Bepflanzung an einem Wassergarten

Drei Typen, drei Aufwände

Zierteich. Wasserfläche mit Bepflanzung, nicht zum Baden. Geringste Kosten, geringster Pflegeaufwand, technisch am einfachsten. Ab etwa 8 m² sinnvoll — kleiner wird die Temperatur im Sommer zu instabil.

Schwimmteich. Badebereich plus getrennte Regenerationszone, in der Pflanzen und Mikroorganismen die Reinigung übernehmen. Braucht Fläche: Die Regenerationszone sollte etwa so groß sein wie der Badebereich. Das Wasser ist nie schwimmbadklar, sondern leicht grünlich — das ist normal.

Naturpool. Badebereich mit technischer Filterung ohne Pflanzen im Becken. Klares Wasser, höherer Technik- und Stromaufwand, geringerer Flächenbedarf.

Der Aufbau von unten nach oben

1. Aushub und Profilierung. Zonen für unterschiedliche Wassertiefen, Böschungen nicht steiler als etwa 1:3, sonst rutscht das Substrat ab. 2. Untergrund vorbereiten. Steine und Wurzeln entfernen, Sandbett einbauen. 3. Schutzvlies. Schützt die Abdichtung von unten. 4. Abdichtung. Teichfolie (PVC oder EPDM) oder bei größeren Anlagen Bahnenware, verschweißt. EPDM ist teurer, dafür flexibler und langlebiger. 5. Substrat und Randabschluss. In den Pflanzzonen mageres Substrat, außen eine Kapillarsperre — ohne sie zieht die Folie das Wasser über den Rand nach außen. 6. Technik. Pumpe, Filter, Skimmer, bei Bedarf UV-Klärer und Bachlauf. 7. Bepflanzung nach Zonen. Sumpfzone, Flachwasser, Tiefwasser. 8. Befüllung und Einfahrphase. Vier bis acht Wochen, bis sich das biologische Gleichgewicht einstellt.

Die fünf häufigsten Fehler

  • Zu klein. Unter 8 m² schwankt die Temperatur zu stark, Algen gewinnen.
  • Keine Kapillarsperre. Der Teich verliert scheinbar grundlos Wasser.
  • Falscher Standort. Volle Sonne den ganzen Tag heizt auf; Laubbäume direkt

daneben bringen jedes Jahr Nährstoffe ein.

  • Hangwasser nicht geführt. Nach jedem Starkregen wird Erde eingespült.
  • Stromanschluss provisorisch. Am Wasser gehört die Elektrik fest gesetzt und

abgesichert, von einem Elektriker.

Pflege über das Jahr

Frühjahr: Pumpe und Filter in Betrieb nehmen, abgestorbene Pflanzenteile entfernen, Wasserstand prüfen. Sommer: Fadenalgen abschöpfen, Wasserstand nachfüllen, Filter reinigen. Herbst: Laubnetz spannen — das ist die wirksamste einzelne Maßnahme überhaupt, weil eingetragenes Laub die Nährstofffracht des nächsten Jahres bestimmt. Winter: Pumpe je nach Bauart entnehmen, Eisfreihalter einsetzen, nicht auf die Eisdecke schlagen.

Was im Fünfseenland zu beachten ist

Hoher Grundwasserstand in Seenähe kann eine Folie von unten anheben — das muss vorher geprüft werden. Bei Hanglagen ist Schichtenwasser das Thema. Einzelne Gemeinden haben Vorgaben zur Versiegelung und zur Einleitung von Niederschlagswasser. Für größere Anlagen, Aushubmengen an der Grenze zum Nachbargrundstück oder Eingriffe in Gewässernähe kann eine Abstimmung mit der Gemeinde nötig sein. Wir klären das vor der Planung.

Wir bauen, was hier beschrieben ist

Erdbau, Abdichtung, Technik und Bepflanzung aus einem Haus — und die Pflege danach im Abo, wenn Sie möchten. Leistungsseite: Wassergärten

Die Zonen — und warum ihre Größe über die Wasserqualität entscheidet

Ein Wassergarten ist kein Loch mit Folie, sondern ein System aus drei Zonen, deren Verhältnis zueinander das Ergebnis bestimmt.

Die Sumpfzone am Rand ist wenige Zentimeter tief. Hier stehen die Pflanzen, die dem Wasser Nährstoffe entziehen — Rohrkolben, Blutweiderich, Schwertlilie. Sie ist die eigentliche Kläranlage.

Die Flachwasserzone zwischen 20 und 60 Zentimetern ist der lebendigste Bereich: Hier laichen Amphibien, hier schlüpfen Libellen, hier wachsen Seerosen mit kurzem Stiel.

Die Tiefzone ab etwa 80 Zentimetern sorgt für Temperaturausgleich. Im Sommer bleibt es unten kühler, im Winter friert sie nicht durch. Wer Fische halten will, braucht mindestens einen Meter, in rauen Lagen mehr.

Die Faustregel: Je größer der Anteil an flachen, bepflanzten Zonen, desto klarer das Wasser. Ein tiefer Teich mit steilen Wänden und wenig Bepflanzung ist der sicherste Weg zu Algen. Wer wenig Platz hat, sollte deshalb eher flach und breit bauen als tief und schmal.

Warum Algen kommen — und was wirklich hilft

Algen sind kein Zeichen für schmutziges Wasser, sondern für zu viele Nährstoffe bei zu wenig Konkurrenz. Sie wachsen dort, wo Pflanzen die Nährstoffe nicht wegnehmen.

Woher die Nährstoffe kommen: Laub im Herbst, Grasschnitt vom Mähen am Ufer, Vogelkot, Fischfutter, gedüngte Erde in der Pflanzzone und Regenwasser vom Dach, wenn es in den Teich geleitet wird.

Was hilft, in dieser Reihenfolge:

  1. Nährstoffarmes Substrat verwenden. Gartenerde in der Pflanzzone ist der häufigste Baufehler — sie düngt den Teich über Jahre.
  2. Reichlich Unterwasserpflanzen setzen. Sie zehren dieselben Nährstoffe wie Algen und sind schneller.
  3. Laubnetz im Herbst. Eine Stunde Arbeit spart eine Saison Algen.
  4. Fadenalgen mechanisch entnehmen, mit einem Stock aufwickeln. Das ist unelegant und wirksam.
  5. Teilbeschattung. Ein Teich, der von elf bis fünfzehn Uhr im Schatten liegt, erwärmt sich langsamer.

Was nicht hilft: Mittel gegen Algen. Sie töten die Algen ab, die dabei freiwerdenden Nährstoffe bleiben im Wasser, und die nächste Blüte kommt schneller. In einem Schwimmteich haben sie ohnehin nichts zu suchen.

Technik: was nötig ist und was nicht

Umwälzung. Bewegtes Wasser nimmt Sauerstoff auf und verhindert Schichtung. Eine Pumpe, die das Volumen in etwa zwei bis drei Stunden einmal umwälzt, genügt für die meisten Anlagen.

Filter. Bei einem reinen Pflanzenteich ohne Fische oft entbehrlich. Sobald Fische darin sind oder gebadet wird, gehört ein Filter dazu — mechanisch zum Abscheiden, biologisch zum Umsetzen.

Skimmer. Zieht Blütenstaub, Blätter und Pollen von der Oberfläche ab, bevor sie absinken. Die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Nährstoffeintrag — und die, die am häufigsten fehlt.

UV-Klärer. Verklumpt Schwebealgen, damit der Filter sie fassen kann. Hilft gegen grünes Wasser, nicht gegen Fadenalgen. In einem gut bepflanzten Teich nicht nötig.

Strom. Der Anschluss gehört in die Hand einer Elektrofachkraft und muss über einen Fehlerstromschutzschalter laufen. Verteiler gehören nicht in den Schacht am Teichrand, sondern trocken und zugänglich.

Die häufigsten Baufehler

  • Der Rand liegt nicht in der Waage. Der Wasserspiegel richtet sich nach der tiefsten Stelle des Randes. Ein Zentimeter Gefälle bedeutet, dass ringsum ein Zentimeter Folie sichtbar bleibt.
  • Die Folie endet zu tief. Wo sie unter das Niveau des angrenzenden Bodens reicht, saugt Erdreich Wasser über die Kante ab — der Teich verliert langsam, ohne dass ein Leck zu finden wäre.
  • Gartenerde als Substrat. Siehe oben: düngt über Jahre.
  • Steile Wände ohne Absätze. Pflanzkörbe rutschen, Tiere finden keinen Ausstieg, und die Reinigungszone fehlt.
  • Kein Schutzvlies. Eine einzige Wurzel oder ein spitzer Stein reicht, um die Folie nach zwei Jahren zu durchstoßen.
  • Dachwasser in den Teich. Bringt Nährstoffe und bei Metalldächern auch Schwermetalle ein.

Fünf der sechs Punkte kosten beim Bau fast nichts und sind nachträglich nur mit Ablassen und Öffnen zu beheben.

Was bei uns im Fünfseenland dazukommt

Der Untergrund. Moräne mit Lehmanteil hält Wasser, Moorböden Richtung Seeshaupt setzen sich über Jahre. Beides beeinflusst, wie der Teichkörper aufgebaut wird — und beides sieht man erst, wenn der erste Meter abgetragen ist.

Der Grundwasserstand. In Seenähe steht er hoch. Eine Folienwanne kann bei hohem Grundwasser aufschwimmen, wenn der Teich zum Reinigen abgelassen wird. Das gehört in die Planung, nicht in die Überraschung.

Genehmigung. Kleine Gartenteiche sind meist genehmigungsfrei. Ab bestimmten Größen und Tiefen, bei Aushub in Hanglage, in Wasserschutzgebieten oder in geschützten Uferbereichen sieht das anders aus. Wir fragen vor dem Angebot beim Bauamt nach.

Der Aushub. Bei einem mittleren Teich fallen mehrere Kubikmeter an. Wer sie abfahren lässt, zahlt Transport und Entsorgung. Besser ist ein Wall oder Hügel auf dem Grundstück — er gibt dem Garten außerdem Struktur.

Das erste Jahr

Ein neu angelegter Teich sieht in der ersten Saison anders aus als auf den Bildern im Katalog. Das Wasser wird nach einigen Wochen trüb und grün, weil noch keine Pflanze Nährstoffe bindet. Das ist normal und geht vorbei, sobald die Bepflanzung anwächst — meist im zweiten Sommer.

Was Sie im ersten Jahr tun sollten: nicht düngen, nicht zu früh Fische einsetzen, Fadenalgen mechanisch entnehmen statt chemisch bekämpfen, und den Wasserstand nachfüllen, bevor Pflanzen trockenfallen. Regenwasser ist dafür besser als Leitungswasser, weil es weniger Kalk und weniger Nährstoffe mitbringt.

Geduld ist in diesem Jahr die wirksamste Maßnahme. Wer gegensteuert, stört das Gleichgewicht, das sich gerade einstellt.

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