Gartenplanung — vom Bestand zum Entwurf
Ein Garten, der geplant wurde, unterscheidet sich von einem gewachsenen nicht durch die Pflanzen, sondern durch die Wege: wo man geht, wo man sitzt, wohin man schaut.
Wir planen und bauen — das heißt, aus dem Entwurf wird kein Vorschlag, sondern ein Angebot mit Positionen.

Was wir aufnehmen
- Boden. Im Fünfseenland überwiegend Moräne mit Lehmanteil, Richtung Seeshaupt auch Moor. Das entscheidet über Entwässerung und Pflanzenwahl mehr als jeder Wunsch.
- Licht. Wo steht wann die Sonne — im Juni anders als im Oktober. Ein Sitzplatz, der im Hochsommer schön ist, kann im September unbenutzbar sein.
- Gefälle. Wohin läuft Wasser, und wo staut es sich nach zwei Regentagen.
- Bestand. Welche Gehölze bleiben, welche stehen schlecht, welche sind geschützt.
- Grenzen und Leitungen. Abstände, Rechte, was im Boden liegt.
Vom Bestand zum Entwurf
Wir fragen nicht zuerst nach Pflanzen, sondern nach Nutzung: Wo wird gesessen, wo gespielt, wo geparkt, wo gearbeitet. Daraus ergeben sich die Flächen, und erst danach kommt die Bepflanzung.
Wege zuerst. Sie bestimmen, wie der Garten benutzt wird. Ein Weg, der nicht dort verläuft, wo man ohnehin geht, wird umgangen — und die Abkürzung im Rasen ist dann das eigentliche Ergebnis der Planung.
Höhen früh festlegen. Terrassenhöhe, Anschluss ans Haus, Übergänge. Das lässt sich später nur mit Erdbewegung ändern.
Blickachsen. Was sieht man vom Wohnzimmer aus, und was soll man nicht sehen. Ein gut gesetzter Strauch ersetzt fünf Meter Sichtschutzzaun.
Umsetzung in Abschnitten
Ein Garten muss nicht in einer Saison fertig werden — er sollte nur in der richtigen Reihenfolge entstehen.
- Erdarbeiten und Entwässerung. Alles, wofür ein Bagger anrücken muss, passiert zuerst. Später kommt er nicht mehr durch den fertigen Garten.
- Leitungen. Strom für Beleuchtung, Wasser für Bewässerung, Leerrohre für später. Sie kosten im offenen Graben fast nichts.
- Befestigte Flächen. Terrasse, Wege, Stellplätze.
- Gehölze. Sie brauchen am längsten, um zu wirken — deshalb so früh wie möglich.
- Stauden und Rasen. Sie schließen die Flächen und lassen sich jederzeit ergänzen.
Leerrohre für später sind der günstigste Posten im ganzen Projekt und der, der am häufigsten fehlt.
Pflanzen, die im Fünfseenland funktionieren
Die Lage am See mildert Spätfröste, die Höhe und die Nähe zu den Bergen bringen dafür mehr Niederschlag und kürzere Vegetationszeiten als im Münchner Becken.
Verlässlich: heimische Laubgehölze, Obstgehölze auf die Lage abgestimmt, Stauden, die feuchte Böden vertragen.
Regelmäßig enttäuschend: mediterrane Gehölze ohne Winterschutz und alles, was durchlässigen Boden braucht, wenn darunter Lehm liegt.
Wo der Boden nicht passt, gibt es zwei Wege: die Pflanze wechseln oder den Boden tauschen. Der erste ist fast immer der bessere — ein ausgetauschter Boden bleibt eine Insel, und die Wurzeln stoßen nach drei Jahren trotzdem an den Lehm.
Was die Planung kostet
Die Planung, die zum Angebot gehört, kostet nichts. Sie bekommen die Aufnahme, den Entwurf und ein Angebot mit Positionen, bevor Sie sich entscheiden.
Wo ein Landschaftsarchitekt gefragt ist — bei genehmigungspflichtigen Geländeveränderungen, in geschützten Uferbereichen, bei öffentlichen Anlagen —, holen wir einen dazu. Er rechnet eigenständig ab, und wir sagen vorab, ob er nötig wird.
Wasser im Garten
Ein Wasserelement verändert einen Garten stärker als jede Pflanzung — akustisch, klimatisch und in der Tierwelt. Es gehört aber in die Planung und nicht in die Nachrüstung.
Der Platz. Ein Schwimmteich braucht eine Regenerationszone, die mindestens so groß ist wie die Schwimmfläche. Wer diesen Platz nicht hat, bekommt trübes Wasser.
Die Lage. Nicht unter Bäumen — eingetragenes Laub ist der Hauptgrund für Algen im Folgejahr. Teilbeschattung von elf bis fünfzehn Uhr ist ideal.
Der Strom. Zuleitung für Pumpe und Beleuchtung gehört in den Graben, den der Bagger ohnehin zieht.
Mehr dazu unter Wassergärten.
Häufige Fragen
Können wir den Garten über mehrere Jahre umsetzen?
Ja, das ist sogar der Regelfall. Wichtig ist nur, dass Erdarbeiten und Leitungen im ersten Abschnitt erledigt werden — danach kommt kein Bagger mehr sinnvoll durch.
Bekomme ich einen Plan zum Mitnehmen?
Sie bekommen einen Entwurf mit Flächen, Höhen und Pflanzliste. Wir sind ein ausführender Betrieb, kein Planungsbüro — die Unterlagen sind auf die Umsetzung ausgerichtet, nicht auf die Einreichung bei einer Behörde.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Planung?
Im Winter. Dann ist Zeit für Aufnahme und Entwurf, und die Termine für Frühjahr und Sommer sind noch frei. Wer im März anfragt, baut meist erst im Herbst.