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Abbruch und Entkernung — der erste Schritt im Bestand

Der Abbruch ist der Schritt, bei dem sich zeigt, was im Angebot nicht stehen konnte. Hinter einer Wand oder unter einem Estrich kommt regelmäßig etwas zum Vorschein — und genau deshalb wird er geplant und nicht einfach angefangen.

Bagger beim Abbruch mit Bauschutt

Was vor dem ersten Schlag geklärt wird

  • Statik. Welche Wand trägt, wo braucht es eine Abfangung. Ohne diese Klärung wird nicht angefangen.
  • Leitungen. Strom, Wasser, Gas, Heizung — abgeklemmt, nicht nur abgeschaltet. Eine vergessene Leitung ist der häufigste Zwischenfall auf Abbruchbaustellen.
  • Schadstoffe. In Häusern vor 1993 kann Asbest in Bodenklebern, Fliesenklebern, Dichtschnüren und Dämmungen stecken. Bei Verdacht wird beprobt, bevor gearbeitet wird.
  • Entsorgungsweg. Wohin mit dem Schutt, wo steht der Container, was darf hinein.

Der dritte Punkt ist der wichtigste. Asbest freizusetzen ist nicht nur ein Gesundheitsrisiko, sondern macht die ganze Baustelle zum Sanierungsfall.

Entkernung — wie weit zurück

Teilentkernung heißt: Oberflächen, Sanitärobjekte, nicht tragende Wände raus, Rohbau bleibt. Der Regelfall bei einer Wohnungssanierung.

Vollentkernung geht bis auf den Rohbau zurück, inklusive Estrich und Putz. Sinnvoll, wenn ohnehin alle Leitungen neu kommen und der Grundriss geändert wird — dann spart es, alles auf einmal zu machen statt schrittweise.

Wo die Grenze liegt, entscheidet der Zustand: Ein Estrich, der ohnehin für die Fußbodenheizung raus muss, wird nicht halb erhalten.

Getrennt abbrechen, getrennt entsorgen

Die Entsorgungskosten hängen an der Sortenreinheit. Ein Container mit gemischtem Bauabfall kostet ein Vielfaches dessen, was sortenreiner Bauschutt kostet.

Deshalb wird bei uns getrennt abgebrochen: Bauschutt, Holz, Metall, Gipskarton, Dämmstoffe und Restmüll in eigene Behälter. Das ist etwas mehr Aufwand beim Rückbau und deutlich günstiger bei der Entsorgung.

Metalle haben oft einen Restwert, der die Entsorgung anderer Fraktionen mitfinanziert.

Gipskarton darf nicht in den Bauschutt — er macht die ganze Fuhre zum Mischabfall.

Staub, Lärm und Nachbarschaft

Abbruch ist die staubigste und lauteste Arbeit auf jeder Baustelle. Im bewohnten Haus arbeiten wir mit Staubschutzwänden mit Reißverschluss, Absaugung direkt am Gerät und abgedeckten Wegen.

Zeiten einhalten. In Wohngebieten gelten Ruhezeiten, und in Mehrfamilienhäusern lohnt es, die Nachbarn vorher zu informieren — ein Zettel im Treppenhaus erspart mehr Ärger als jede Entschuldigung danach.

Erschütterungen. Bei Stemmarbeiten in Altbauten können Risse im Putz benachbarter Wohnungen entstehen. Wo das zu erwarten ist, dokumentieren wir den Zustand vorher mit Fotos.

Eigenleistung beim Abbruch

Abbruch ist das Gewerk, bei dem Eigenleistung am meisten spart — und das einzige, bei dem wir sie ausdrücklich empfehlen.

Was sich gut selbst machen lässt: Möbel und Einbauten ausräumen, Bodenbeläge herausnehmen, Tapeten entfernen, nicht tragende Leichtbauwände abbauen.

Was in unsere Hand gehört: alles Tragende, alles mit Leitungen, alles mit Schadstoffverdacht und die Entsorgung.

Sprechen Sie uns darauf an — wir sagen Ihnen, was Sie realistisch schaffen und was es Ihnen spart.

Was im Bestand des Fünfseenlands regelmäßig auftaucht

Fünf Befunde kommen bei Entkernungen in Häusern zwischen 1950 und 1990 immer wieder vor:

Estrich ohne Dämmung direkt auf der Rohdecke. Fällt auf, sobald die Aufbauhöhe für eine Fußbodenheizung gebraucht wird.

Nachtspeicheröfen mit asbesthaltigen Bauteilen. Sie gehören fachgerecht demontiert und entsorgt, nicht auf den Sperrmüll.

Elektroinstallation ohne Schutzleiter. Sichtbar an zweiadrigen Leitungen. Im Zuge der Entkernung ist der beste Zeitpunkt, das zu ändern — die Wände sind ohnehin offen.

Feuchte im Sockel unter dem Putz. Die Ursache ist fast immer die fehlende Horizontalsperre. Was aussieht wie ein Putzschaden, ist einer im Mauerwerk.

Bauteile, die nicht im Plan stehen. Zugemauerte Türen, nachträgliche Stürze, entfernte Balken. Deshalb wird nach jedem Abbruchschritt neu geschaut, bevor der nächste folgt.

Was danach kommt

Nach dem Abbruch steht der tatsächliche Zustand fest — und damit auch, ob das Angebot hält. Wir gehen dann mit Ihnen durch, was gefunden wurde, was es zusätzlich kostet und welche Möglichkeiten es gibt.

Ausgeführt wird erst nach Ihrer Zustimmung. Es gibt keine Mehrkosten, die Sie nicht vorher freigegeben haben.

Was sich absehen ließ, steht schon im Angebot als mögliche Position — mit Preis. Dann ist es keine Überraschung, sondern eine Entscheidung.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich Asbest?

Nicht mit bloßem Auge. Verdächtig sind Bodenkleber unter altem PVC, Fliesenkleber, Wellplatten, Dichtschnüre an alten Öfen und bestimmte Dämmplatten — alles aus der Zeit vor 1993. Bei Verdacht lassen wir beproben, bevor gearbeitet wird.

Wie lange dauert eine Entkernung?

Eine Wohnung mit 80 Quadratmetern in Teilentkernung etwa eine Woche, vollständig zwei bis drei. Der Abtransport bestimmt die Dauer stärker als der Abbruch selbst.

Kann ich im Haus bleiben?

Bei Teilabbruch einzelner Räume ja, mit Staubschutz. Bei einer Vollentkernung nicht — dann sind weder Wasser noch Heizung durchgehend verfügbar.

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