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Zäune und Sichtschutz — Holz, Metall, Hecke

Ein Zaun steht so lange gerade, wie seine Pfosten stehen. Alles andere — Material, Farbe, Form — ist Geschmack. Die Gründung ist Technik, und sie entscheidet.

Der zweite Punkt, der mehr Ärger macht als jede Materialfrage: der Grenzabstand. Den klären wir, bevor der erste Pfosten gesetzt wird.

Einfahrtstor mit Sichtschutz

Die Gründung

Frostfrei gründen heißt im Fünfseenland mindestens 80 Zentimeter tief. Wer flacher setzt, hat nach dem ersten harten Winter einen schiefen Zaun — der Frost hebt das Fundament an, und es geht nicht vollständig zurück.

Punktfundamente aus Beton für jeden Pfosten, bei durchgehenden Wänden auch ein Streifenfundament.

Holzpfosten gehören nicht in den Beton. Sie werden in Pfostenanker gesetzt, mit Abstand zum Boden. Ein einbetonierter Holzpfosten fault von unten — das ist der häufigste Fehler bei Eigenbauten und der Grund, warum Zäune nach acht Jahren umfallen.

Auf Lehm braucht das Fundament eine Drainageschicht aus Schotter darunter, sonst steht es im Wasser.

Materialien im Vergleich

Holz ist günstig, warm im Ton und verlangt Pflege. Heimische Hölzer halten mit konstruktivem Schutz — Überstand, Abstand zum Boden, abgeschrägte Kanten — ähnlich lange wie tropische. Ohne Anstrich wird Holz silbergrau, was der Haltbarkeit nicht schadet.

Metall — verzinkter Stahl, pulverbeschichtet oder Aluminium. Langlebig, wartungsarm, teurer im Einkauf. Bei Doppelstabmatten entscheidet die Drahtstärke über den Preis und über das Erscheinungsbild.

WPC und Kunststoff brauchen keine Pflege, verfärben aber über Jahre und lassen sich nicht ausbessern. Bei starker Sonne dehnen sie sich merklich — die Befestigung muss das aufnehmen.

Gabionen sind schwer und brauchen ein Fundament entsprechend. Sie wirken massiv und dämmen Schall — deshalb an Straßen beliebt.

Hecke statt Zaun

Eine Hecke ist der günstigste Sichtschutz und der langsamste. Sie braucht drei bis fünf Jahre, bis sie dicht ist, und danach zweimal im Jahr Schnitt.

Hainbuche hält das braune Laub über den Winter und ist damit auch in der kalten Jahreszeit blickdicht. Liguster wächst schnell und verträgt starken Rückschnitt. Eibe ist die haltbarste und langsamste. Kirschlorbeer wächst schnell, verbrennt aber in windigen Lagen an Frosttagen mit Sonne — im Fünfseenland kein seltener Fall.

Beim Pflanzabstand zur Grenze gilt in Bayern das Ausführungsgesetz zum BGB, gestaffelt nach Wuchshöhe. Das planen wir von vornherein ein — Streit darüber kommt Jahre später und ist dann teuer.

Grenzabstand und Genehmigung

Einfriedungen sind in Bayern bis zu einer bestimmten Höhe verfahrensfrei. Darüber wird es genehmigungspflichtig, und in vielen Gemeinden regelt zusätzlich eine Einfriedungssatzung Höhe, Material und Form.

An der Straße gelten häufig Sichtdreiecke an Einmündungen — dort darf nichts über eine bestimmte Höhe stehen.

Auf der Grenze oder daneben? Ein Zaun auf der Grenze braucht das Einverständnis des Nachbarn, einer daneben nicht. Der halbe Meter Abstand erspart oft die längere Diskussion.

Wir fragen vor dem Angebot bei der Gemeinde nach, statt hinterher zurückzubauen.

Tore und Antriebe

Ein Tor ist der Teil, der sich bewegt, und damit der, der zuerst Probleme macht.

Drehtore brauchen Schwenkraum und einen Boden, der eben bleibt. Bei Gefälle wird ein Bergaufflügel nötig oder ein Schiebetor.

Schiebetore laufen freitragend oder auf einer Bodenschiene. Freitragend ist teurer und im Winter deutlich unempfindlicher — eine Bodenschiene friert zu und setzt sich mit Laub zu.

Antriebe brauchen eine Zuleitung, die in den Aushub gehört. Nachträglich bedeutet, den Belag wieder aufzureißen.

Häufige Fragen

Wie hoch darf mein Zaun sein?

Das regelt die örtliche Einfriedungssatzung, wo es eine gibt, sonst das Nachbarrecht. Häufig liegt die verfahrensfreie Grenze bei etwa zwei Metern, an der Straße oft niedriger. Wir klären es für Ihre Adresse.

Wie lange dauert ein Zaun?

Bei 30 bis 50 Metern rechnen Sie mit zwei bis vier Tagen, plus Aushärtezeit der Fundamente. Bei schlechter Zugänglichkeit oder felsigem Untergrund länger — das sehen wir beim Termin.

Muss der Nachbar zustimmen?

Nur bei einem Zaun direkt auf der Grenze. Auf dem eigenen Grundstück brauchen Sie keine Zustimmung, müssen aber Abstände und Satzungen einhalten. Ein Gespräch vorher erspart trotzdem viel.

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