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Feinsteinzeug — Boden, Wand und Terrasse

Feinsteinzeug ist heute der meistverlegte Bodenbelag im Innenausbau — und zwar aus einem sachlichen Grund: Es nimmt praktisch kein Wasser auf, ist sehr hart und in fast jeder Optik zu haben.

Was es verlangt, ist ein genauer Untergrund. Je größer das Format, desto weniger verzeiht es.

Feinsteinzeugplatten in verschiedenen Dekoren

Was Feinsteinzeug ausmacht

Wasseraufnahme unter 0,5 Prozent. Daraus folgt die Frostbeständigkeit: Es nimmt kein Wasser auf, das gefrieren und die Platte sprengen könnte. Deshalb ist es für Terrassen geeignet.

Hohe Härte. Kratzer entstehen kaum, Absätze und Möbelfüße hinterlassen keine Spuren.

Durchgefärbt oder glasiert. Durchgefärbtes Material zeigt bei einer Beschädigung dieselbe Farbe. Glasiertes bietet mehr optische Möglichkeiten, zeigt aber bei einem tiefen Kratzer den hellen Scherben.

Fleckunempfindlich. Rotwein, Öl und Säure hinterlassen nichts — der praktische Vorteil gegenüber Naturstein in Küche und Essbereich.

Optiken

Holzoptik in Dielenformaten. Sie hat den Vorteil des Holzes ohne dessen Empfindlichkeit — im Bad, in der Küche und über Fußbodenheizung sinnvoll. Wichtig ist das Verlegemuster: Dielen werden versetzt verlegt, aber nicht im halben Verband, sonst entsteht in der Mitte ein Höhenversatz.

Steinoptik von Marmor bis Schiefer. Sie ist säurefest und pflegeleicht, während das Original es nicht ist.

Betonoptik für ruhige, große Flächen. In der Wirkung stark vom Format abhängig.

Einfarbig für Arbeits- und Nebenräume.

Ein Muster sollte immer in der endgültigen Größe betrachtet werden. Ein Handstück sagt wenig über eine Fläche von zwanzig Quadratmetern.

Großformate — was sie verlangen

Platten ab 60 mal 60 Zentimetern, oft 120 mal 120 oder länger, wirken ruhig und haben wenig Fugen. Sie sind technisch anspruchsvoll.

Der Untergrund muss sehr eben sein. Eine Abweichung von drei Millimetern auf zwei Metern ist bei kleinen Fliesen unsichtbar und bei Großformaten an der Kante zu spüren.

Vollflächiges Kleberbett. Hohlstellen unter großen Platten führen bei Punktbelastung zum Bruch — ein herunterfallender Topf genügt.

Nicht im halben Verband. Bei leicht gewölbten Platten — und alle Großformate sind minimal gewölbt — entsteht sonst in der Mitte ein Versatz. Ein Versatz von einem Drittel ist die übliche Lösung.

Zuschnitt. Große Platten werden nass geschnitten, oft direkt auf der Baustelle. Das braucht Platz und Wasser.

Draußen

Für Terrassen gibt es Feinsteinzeug in zwei Zentimetern Stärke. Es ist bruchfester und für drei Verlegearten geeignet:

Auf Stelzlagern. Wasser läuft darunter ab, die Platten bleiben lose und einzeln tauschbar. Auf Dachterrassen die Regel.

Im Splittbett. Günstig, verlangt einen einwandfreien Unterbau mit zwei Prozent Gefälle.

Im Mörtelbett auf Beton. Fest und dauerhaft, braucht Abdichtung und Gefälle darunter.

Rutschhemmung beachten: Draußen gehört eine strukturierte Oberfläche her, keine polierte.

Pflege

Feinsteinzeug ist der pflegeleichteste Belag, den wir verarbeiten. Warmes Wasser und ein neutraler Reiniger genügen.

Kein Wachs, keine Pflegemittel mit Filmbildung. Sie hinterlassen Schlieren, die sich nur schwer wieder entfernen lassen — der häufigste Grund für eine „stumpf gewordene" Fläche.

Bauschlussreinigung nicht vergessen: Zementschleier nach dem Verfugen wird mit einem sauren Grundreiniger entfernt, einmalig und fachgerecht. Wer das versäumt, hat einen matten Grauschleier, der bei jeder normalen Reinigung bleibt.

Was den Preis bestimmt

Beim Feinsteinzeug liegt der Unterschied selten am Quadratmeterpreis der Platte.

Format. Großformate kosten in der Verlegung deutlich mehr — mehr Vorbereitung des Untergrunds, Nassschnitt vor Ort, zwei Personen zum Anlegen.

Verschnitt. Bei großen Platten in kleinen Räumen kann er ein Drittel erreichen. Dann ist ein kleineres Format günstiger, obwohl der Quadratmeterpreis höher ist.

Untergrundvorbereitung. Spachteln, Ausgleichen, Grundieren — bei Großformaten der Posten, der am häufigsten unterschätzt wird.

Zuschnitte. Ein Bad mit vielen Vorsprüngen ist bei gleicher Fläche deutlich aufwendiger als ein rechteckiger Raum.

Deshalb messen wir vor Ort auf, statt aus Quadratmetern zu rechnen.

Häufige Fragen

Ist Feinsteinzeug rutschig?

Das hängt an der Oberfläche, nicht am Material. Polierte Flächen sind nass rutschig, strukturierte nicht. Für Bad und Außenbereich gibt es Rutschhemmungsklassen — wir wählen sie passend zum Einsatzort.

Kann es über Fußbodenheizung?

Sehr gut, es leitet Wärme besser als die meisten Beläge. Voraussetzung sind Aufheizprotokoll, Flexkleber und Bewegungsfugen.

Was ist bei Holzoptik anders?

Vor allem das Verlegemuster. Ein halber Verband wie bei echten Dielen führt bei Fliesen zu Höhenversatz. Üblich ist ein Versatz von einem Drittel — das sieht natürlich aus und liegt eben.

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