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Entwässerung — Drainage, Rigole und Versickerung

Wohin läuft das Wasser, wenn es zwei Tage regnet? Diese Frage gehört in den Aushub, nicht in die Nachbesserung. Im Fünfseenland ist sie besonders relevant: Moräne mit Lehmanteil staut Wasser, und in Ufernähe steht der Grundwasserspiegel hoch.

Mehrere Gemeinden im Landkreis verlangen inzwischen die Versickerung auf dem eigenen Grundstück.

Verlegen von Leitungen im Beet

Drainage am Gebäude

Eine Drainage führt Wasser ab, das sonst gegen die Kellerwand drückt. Sie ist kein Ersatz für eine Abdichtung — sie entlastet sie.

Vier Dinge entscheiden darüber, ob sie funktioniert:

  • Gefälle. Mindestens ein halbes Prozent durchgehend. Eine Drainage ohne Gefälle ist ein Speicher.
  • Ein Ziel. Sie muss irgendwo hin — in einen Vorfluter, eine Rigole oder einen Schacht mit Pumpe. Eine Drainage, die im Boden endet, verteilt das Wasser nur um.
  • Filterschicht. Kies und Vlies verhindern, dass das Rohr mit Feinmaterial zusetzt. Ohne Vlies ist es nach wenigen Jahren dicht.
  • Spülschächte. An den Ecken, damit sich das Rohr reinigen lässt. Ohne sie bleibt bei einer Verstopfung nur das Aufgraben.

Eine Drainage nachträglich einzubauen bedeutet, das Gebäude freizulegen. Das ist der Grund, warum sie in den Aushub gehört.

Rigole und Versickerung

Eine Rigole ist ein verfüllter Hohlraum unter der Erde, der Regenwasser aufnimmt und langsam an den Boden abgibt. Sie wird aus Schotter oder aus Sickerkörpern gebaut.

Die Größe richtet sich am Boden aus, nicht an der Fläche allein. In Kies versickert ein Vielfaches dessen, was in Lehm versickert — eine Rigole in Lehm muss deshalb deutlich größer ausfallen oder mit einem Notüberlauf versehen sein.

Wie durchlässig der Boden ist, zeigt ein Versickerungsversuch: ein Loch, gefüllt mit Wasser, und die Zeit bis zum Absinken. Das dauert einen halben Tag und ist günstiger als eine Rigole, die nicht reicht.

In Wasserschutzgebieten und bei hohem Grundwasserstand gelten zusätzliche Auflagen. Wir fragen vorab bei der Gemeinde nach.

Flächenentwässerung

Rinnen vor Türen und Toren, wo der Höhenabstand zur Schwelle nicht reicht. Sie brauchen einen Anschluss, nicht nur einen Rost.

Punktabläufe in Mulden, dort wo die Fläche zusammenläuft.

Gefälle als erste Maßnahme. Zwei Prozent vom Gebäude weg lösen die meisten Probleme, ohne dass ein einziges Rohr verlegt wird.

Wasserdurchlässige Beläge lassen das Wasser gar nicht erst ablaufen. Sie brauchen allerdings auch einen durchlässigen Unterbau — auf Lehm bringen sie wenig.

Was wir vor dem Angebot klären

Bodenart und Durchlässigkeit, Grundwasserstand, Vorgaben der Gemeinde, vorhandene Leitungen und die Frage, wohin ein Überlauf gehen kann.

Das lässt sich aus der Ferne nicht beurteilen, und wir nennen deshalb auch keinen Preis nach Fotos. Die Besichtigung kostet nichts — im gesamten Umkreis von 100 Kilometern.

Was im Fünfseenland dazukommt

Lehmiger Moränenboden. Der Regelfall im Landkreis. Er staut Wasser, und eine Versickerung braucht deutlich mehr Volumen als in Kies. Wer eine Rigole nach Standardtabelle baut, hat nach dem ersten Starkregen einen See.

Moorböden Richtung Seeshaupt. Sie sind dauerhaft feucht, setzen sich unter Last und eignen sich kaum zur Versickerung. Hier führt der Weg meist über einen Anschluss statt über eine Rigole.

Hoher Grundwasserstand in Ufernähe. Eine Rigole, die im Grundwasser steht, nimmt nichts mehr auf. Das ist im Sommer nicht sichtbar und im Frühjahr entscheidend.

Hanglagen. Hangwasser drückt seitlich gegen Bauwerke. Hier hilft eine Drainage oberhalb, die das Wasser abfängt, bevor es ankommt.

Wann Entwässerung eingebaut wird

Immer dann, wenn der Boden ohnehin offen ist. Alles andere bedeutet, dieselbe Fläche zweimal aufzureißen.

Bei einer Terrasse gehört die Rigole in den Aushub der Tragschicht. Bei einer Zufahrt die Rinne vor das Tor, bevor gepflastert wird. Bei einer Fassadendämmung die Sockelabdichtung, solange das Gerüst steht.

Nachträglich ist alles machbar — und kostet ein Vielfaches, weil der Belag darüber wieder herunter muss.

Häufige Fragen

Darf ich Regenwasser in die Kanalisation leiten?

Das hängt an der Gemeinde und daran, ob ein Trenn- oder Mischsystem vorliegt. Viele Gemeinden verlangen inzwischen die Versickerung auf dem Grundstück. Wir klären das vor dem Angebot.

Wie lange hält eine Drainage?

Bei sauberem Aufbau mit Filterschicht und Spülschächten Jahrzehnte. Ohne Vlies oft weniger als zehn Jahre — dann sitzt das Rohr mit Feinmaterial zu.

Hilft eine Drainage gegen feuchte Kellerwände?

Nur, wenn drückendes Wasser von außen die Ursache ist. Bei aufsteigender Feuchte aus dem Mauerwerk hilft sie nicht. Die Ursache klären wir vor Ort — sonst gräbt man umsonst.

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