Schnittarbeiten — Hecken, Sträucher, Obstbäume
Beim Schneiden entscheidet der Zeitpunkt über das Ergebnis des Folgejahres. Ein Strauch, der im Frühjahr geschnitten wird, obwohl er am alten Holz blüht, blüht dieses Jahr nicht.
Wir schneiden Hecken, Sträucher und Obstbäume — einmalig oder als Teil der Pflege im Abo.

Die gesetzliche Schonzeit
Vom 1. März bis 30. September dürfen Bäume, Hecken und Gebüsch nicht abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden. Das gilt bundesweit und unabhängig von örtlichen Satzungen.
Erlaubt bleiben in dieser Zeit: schonende Form- und Pflegeschnitte, die den Zuwachs des Jahres zurücknehmen, sowie Maßnahmen zur Abwehr einer Gefahr.
Praktisch heißt das: Eine Hecke in Form halten dürfen Sie auch im Juni. Sie komplett zurücksetzen dürfen Sie nicht.
Bei Verdacht auf ein besetztes Nest wird gar nicht geschnitten, sondern verschoben — unabhängig vom Datum.
Wann welcher Strauch geschnitten wird
Frühjahrsblüher wie Forsythie, Flieder und Deutzie blühen am Holz des Vorjahres. Sie werden direkt nach der Blüte geschnitten. Wer sie im Winter schneidet, schneidet die Blüte weg.
Sommerblüher wie Sommerflieder, Hortensie und Spiere blühen am neuen Holz. Sie werden im Februar oder März zurückgenommen — je kräftiger, desto größer die Blüten.
Immergrüne wie Kirschlorbeer und Buchs vertragen Schnitt fast ganzjährig, nur nicht bei Frost und nicht in praller Sonne.
Formhecken zweimal jährlich: Ende Juni nach dem ersten Austrieb und im Spätsommer. Trapezform mit breiterer Basis, damit auch unten Licht ankommt — sonst verkahlt die Hecke von unten.
Obstbaumschnitt
Der Winterschnitt zwischen Februar und Anfang März fördert das Wachstum, der Sommerschnitt im Juli und August bremst es und fördert den Fruchtansatz.
Bei vernachlässigten Bäumen wird über mehrere Jahre zurückgenommen, nicht in einem Zug. Ein starker Rückschnitt auf einmal treibt Wassertriebe in Massen — der Baum wächst dann jahrelang gegen den Schnitt an.
Das Ziel ist eine lichte Krone, in die Sonne kommt: Ein Hut soll hindurchgeworfen werden können, sagt die alte Regel.
Astringe schonen. Schnitte auf Astring heilen, Schnitte auf Stummel faulen. Große Wunden nicht verschließen — Baumwachs schließt Feuchtigkeit ein.
Große Bäume und Verkehrssicherung
Für Kronenpflege in großer Höhe arbeiten wir mit einem Partnerbetrieb, der auf Seilklettertechnik spezialisiert ist. Die Koordination bleibt bei uns.
Verkehrssicherungspflicht: Als Eigentümer haften Sie für Schäden durch Ihren Baumbestand. Eine Sichtkontrolle zweimal im Jahr — im belaubten und im unbelaubten Zustand — ist der Mindeststandard. Totholz, Pilzkörper am Stammfuß und Risse in Astgabeln gehören dokumentiert.
Im unbelaubten Zustand sieht man Totholz am besten. Deshalb liegt die Kontrolle sinnvollerweise im Winter, zusammen mit dem Schnitt.
Werkzeug und saubere Schnitte
Ein sauberer Schnitt heilt, ein gequetschter fault. Das ist kein handwerklicher Ehrgeiz, sondern der Unterschied zwischen einem gesunden und einem anfälligen Gehölz.
Bypass-Scheren schneiden wie eine Schere und quetschen nicht. Amboss-Scheren sind für totes Holz gedacht, nicht für lebende Triebe.
Scharf und sauber. Stumpfe Klingen reißen die Rinde ein. Nach dem Schnitt an einem kranken Gehölz wird das Werkzeug desinfiziert, sonst trägt man Pilze von Baum zu Baum.
Richtige Schnittführung. Bei Zweigen leicht schräg über einer nach außen zeigenden Knospe, wenige Millimeter darüber. Zu weit weg bleibt ein Stummel stehen, der abstirbt; zu nah verletzt die Knospe.
Pflege im Abo statt Einzelaufträgen
Bei Schnittarbeiten zahlt sich Regelmäßigkeit besonders aus. Eine Hecke, die jedes Jahr geschnitten wird, braucht eine Stunde. Dieselbe Hecke nach fünf Jahren braucht einen Tag, sieht danach ein Jahr lang gerupft aus und verkahlt an den Stellen, an denen ins alte Holz geschnitten werden musste.
Im Abo steht der Saisonplan zu Jahresbeginn fest: welcher Schnitt wann, mit festen Terminen. Sie müssen nichts abrufen, und die Schonzeit ist eingeplant statt im Weg.
Für Hausverwaltungen und Wohnanlagen kommt eine Dokumentation der Einsätze dazu, die sich der Eigentümerversammlung vorlegen lässt.
Häufige Fragen
Wie oft muss eine Hecke geschnitten werden?
Formhecken zweimal im Jahr, frei wachsende alle zwei bis drei Jahre. Wer nur einmal schneidet, bekommt eine Hecke, die im Sommer ausfranst.
Was passiert mit dem Schnittgut?
Auf Wunsch häckseln wir es vor Ort — das Häckselgut kann als Mulch auf dem Grundstück bleiben. Andernfalls fahren wir es ab. Das ist bei größeren Mengen eine eigene Position im Angebot.
Darf ich Äste abschneiden, die vom Nachbargrundstück herüberragen?
Unter Umständen ja, nach vorheriger Fristsetzung und außerhalb der Schonzeit. Vorsicht ist trotzdem geboten: Ein falsch ausgeführter Schnitt kann Schadenersatz auslösen. Wir sprechen so etwas lieber vorher mit beiden Seiten ab.