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Beleuchtung — Planung, Leitungen und Lichtfarben

Beleuchtung ist das Gewerk, bei dem sich die späteste Entscheidung am frühesten auswirkt: Wo Licht hin soll, entscheidet sich beim Verlegen der Leitungen — also zu einem Zeitpunkt, an dem noch keine Lampe ausgesucht ist.

Deshalb planen wir Licht, bevor die Wände zu sind.

Beleuchtete Terrasse am Abend

Drei Arten von Licht

Ein Raum mit nur einer Deckenleuchte ist gleichmäßig hell und wirkt flach. Angenehm wird es erst mit mehreren Ebenen.

Grundlicht für Orientierung — Deckenleuchten, indirektes Licht über eine Voute, Einbaustrahler.

Arbeitslicht dort, wo etwas getan wird: über der Arbeitsplatte, am Spiegel, über dem Esstisch, am Lesesessel. Es muss heller sein als das Grundlicht und darf nicht von hinten kommen — sonst steht man im eigenen Schatten.

Akzentlicht für Bilder, Nischen, Pflanzen. Es macht den Unterschied zwischen beleuchtet und gestaltet.

Für jede Ebene braucht es einen eigenen Schaltkreis. Das ist der eigentliche Planungsaufwand — nicht die Auswahl der Leuchten.

Lichtfarbe und Wiedergabe

Warmweiß um 2700 bis 3000 Kelvin für Wohnräume. Im Bad und in der Küche darf es etwas neutraler sein.

Neutralweiß um 4000 Kelvin in Arbeitsräumen, Werkstatt und Keller.

Farbwiedergabe. Die unterschätzte Kennzahl. Ein Index unter 80 lässt Haut fahl und Holz grau wirken. Für Wohnräume sollte er bei 90 oder darüber liegen — der Unterschied ist auffälliger als jede Wattzahl.

Einheitlich bleiben. Zwei Leuchten mit unterschiedlicher Lichtfarbe in einem Raum wirken immer wie ein Versehen. Beim Nachkaufen einzelner Leuchtmittel fällt das oft erst am Abend auf.

Was in die Wand gehört

  • Leerrohre überall dort, wo später etwas kommen könnte. Sie kosten im offenen Zustand fast nichts.
  • Schaltkreise trennen. Grund-, Arbeits- und Akzentlicht getrennt schaltbar, in größeren Räumen zusätzlich nach Bereichen.
  • Wechselschaltungen an allen Zugängen längerer Räume und an Treppen.
  • Dimmbarkeit vorsehen. Nachträglich einen Dimmer einzubauen geht nur, wenn die Leitung und das Leuchtmittel es zulassen.
  • Steckdosen an sinnvollen Stellen für Stehleuchten — der häufigste Ärger nach dem Einzug.

Außenbeleuchtung

Draußen gelten drei zusätzliche Punkte.

Schutzart. Leuchten im Außenbereich brauchen eine ausreichende IP-Schutzart, im Bodeneinbau mehr als an der Wand.

Blendung. Licht gehört auf die Fläche, nicht in die Augen — und nicht ins Nachbarfenster. Abgeschirmte Leuchten und Bodenstrahler mit Blendschutz lösen beides.

Insekten. Warmweißes Licht mit geringem Blauanteil zieht deutlich weniger Insekten an. Wo Licht die ganze Nacht brennt, ist das ein realer ökologischer Faktor — eine Zeitschaltung oder ein Bewegungsmelder ist meist die bessere Lösung als Dauerlicht.

Die Zuleitung gehört in den Aushub. Nachträglich bedeutet, den Belag wieder aufzunehmen.

Was wir ausführen

Lichtplanung im Rahmen des Umbaus, Leitungen und Schaltungen, Einbau von Decken- und Wandleuchten, Vouten und indirekte Beleuchtung im Trockenbau, Spiegel- und Nischenbeleuchtung im Bad, Außen- und Wegebeleuchtung.

Die Elektroinstallation führen wir mit festen Partnerbetrieben aus — die Koordination und die Gewährleistung bleiben bei uns. Mehr dazu unter Elektrotechnik.

Licht im Altbau

Im Bestand ist die Frage selten, was man haben möchte, sondern was geht.

Deckenhöhe. Einbaustrahler brauchen Einbautiefe. Bei einer Holzbalkendecke ohne abgehängte Ebene ist das oft nicht möglich — dann sind Aufbauleuchten oder Schienensysteme die Lösung, keine Notlösung.

Abgehängte Decke. Sie schafft Platz für Leuchten, Leitungen und Lüftung und kostet fünf bis zehn Zentimeter Raumhöhe. In hohen Altbauräumen unkritisch, in Nachkriegsbauten mit 2,40 Meter kaum vertretbar.

Leitungsführung. Wo nicht geschlitzt werden darf oder soll — bei Denkmalen, bei bemalten Decken, in Fachwerk —, führen wir Leitungen in Sockelleisten, hinter Vorsatzschalen oder als gestaltetes Aufputzsystem.

Alte Installation. Zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter kommen bei Leuchten regelmäßig vor. Beim Tausch einer Deckenleuchte fällt das auf — und dann ist es der richtige Zeitpunkt, den Kreis zu erneuern.

Häufige Fragen

Wie viele Einbaustrahler braucht ein Raum?

Das hängt an Deckenhöhe, Ausstrahlwinkel und Wandfarbe — eine feste Zahl gibt es nicht. Häufiger Fehler ist, zu viele gleichmäßig zu verteilen: Das ergibt eine helle, aber langweilige Decke. Weniger Strahler plus Arbeits- und Akzentlicht wirken besser.

Kann ich später noch Leuchten ergänzen?

Mit Leerrohren ja, ohne sie nur mit Schlitzen in der Wand. Deshalb legen wir sie großzügig — die Entscheidung, wo später ein Wandleuchter hängt, muss man beim Bau nicht treffen, die Leitung dorthin schon.

Lohnt sich Smart-Home-Steuerung?

Wenn Sie sie wollen, planen Sie sie von Anfang an — nachrüsten ist teuer. Wenn Sie unsicher sind, legen Sie Leerrohre und sehen Sie Platz im Verteiler vor. Das hält die Möglichkeit offen, ohne heute Geld zu binden.

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