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Keramik — Wandfliesen, Mosaik und Sonderformate

Keramik ist der älteste Wandbelag, den wir verarbeiten, und im Bad immer noch der beste: unempfindlich gegen Feuchtigkeit, farbecht, in fast jeder Form herstellbar.

Was sie nicht kann: einen schlechten Untergrund ausgleichen. Deshalb liegt der größere Teil der Arbeit im Vorbereiten.

Keramikfliesen in verschiedenen Formaten

Keramik, Steinzeug, Feinsteinzeug — der Unterschied

Steingut ist porös und nimmt Wasser auf. Es kommt nur an die Wand im Innenbereich, nie auf den Boden und nie nach draußen. Dafür lässt es sich in vielen Farben glasieren und ist günstig.

Steinzeug ist dichter gebrannt, frostbeständig und für Böden geeignet.

Feinsteinzeug ist praktisch wasserdicht, sehr hart und der heutige Standard für Böden und Terrassen. Ungeglasiert durchgefärbt bedeutet: Ein Kratzer zeigt dieselbe Farbe, nicht den hellen Scherben darunter.

Die Wahl entscheidet sich am Einsatzort, nicht am Muster. Wer Steingut auf den Boden legt, hat nach zwei Jahren Haarrisse in der Glasur.

Mosaik und Sonderformate

Mosaik ist in Nischen, Duschen und auf gerundeten Flächen die einzige Lösung, die sauber ausgeht. Es folgt jeder Form, weil jedes Steinchen für sich sitzt.

Der Preis liegt weniger im Material als in der Arbeitszeit: Ein Quadratmeter Mosaik verlegen dauert ein Vielfaches eines Quadratmeters Großformat. Dazu kommt der Verfugungsaufwand — mehr Fugen bedeuten mehr Zeit und später mehr Pflege.

Sonderformate — Zuschnitte um Steckdosen, Ausschnitte für Armaturen, Gehrungen an Außenecken. Eine sauber geschnittene Gehrung statt eines Kunststoffprofils ist der Unterschied, den man an einer Duschnische sofort sieht.

Riemchen und Metrofliesen sind gerade beliebt und anspruchsvoller, als sie aussehen: Bei langen schmalen Formaten zeigt jede Abweichung in der Flucht sofort.

Der Untergrund an der Wand

  • Trocken und tragfähig. Alter Putz muss fest sitzen. Wo er hohl klingt, kommt er ab.
  • Eben. An der Wand fällt eine Unebenheit schneller auf als am Boden, weil Licht seitlich einfällt.
  • Abgedichtet, wo Spritzwasser hinkommt. Nach DIN 18534, im Bereich der Dusche in der höchsten Beanspruchungsklasse.
  • Grundiert, passend zum Untergrund — saugende und nicht saugende Flächen brauchen unterschiedliche Grundierungen.

Auf Gipskarton in Feuchträumen kommt eine Abdichtung im Verbund, nicht nur eine Grundierung. Das ist der häufigste Fehler bei Eigenleistung im Bad.

Fugen und Silikon

Fugenbreite richtet sich nach Format und Kantenausbildung. Zu schmale Fugen bei großen Formaten nehmen Maßtoleranzen nicht auf — dann zeigt jede Abweichung.

Fugenfarbe. Dunkle Fugen bleiben länger ansehnlich, helle wirken großzügiger. In der Dusche altern helle Fugen sichtbar schneller.

Silikonfugen sind Wartungsfugen. Sie kommen überall dorthin, wo zwei Bauteile unterschiedlich arbeiten: Ecken, Anschlüsse an Wanne und Duschtasse, Übergang zum Boden. Nach fünf bis zehn Jahren werden sie erneuert — das ist normal und kein Mangel.

Wer Ecken starr verfugt, bekommt Risse. Das ist kein Materialfehler, sondern eine falsche Fuge.

Pflege

Keramik braucht wenig: warmes Wasser und ein neutraler Reiniger genügen. Vier Dinge sollte man vermeiden.

Säurehaltige Reiniger greifen Zementfugen an. Bei Kalkflecken auf Fliesen sind sie wirksam, auf den Fugen nicht.

Scheuermittel mattieren Glasuren dauerhaft.

Dampfreiniger in der Dusche lösen über Jahre Silikonfugen.

Stehendes Wasser in der Duschtasse. Abziehen nach dem Duschen ist die wirksamste Pflege überhaupt — gegen Kalk und gegen Schimmel in den Fugen.

Was wir vor dem Angebot messen

Zwei Zahlen entscheiden über den Preis mehr als die Fliese selbst: der Verschnitt und der Aufwand für Zuschnitte.

Verschnitt liegt bei gerader Verlegung bei fünf bis zehn Prozent, im Diagonalverband deutlich höher. Bei großen Formaten in kleinen Räumen kann er ein Drittel erreichen — dann ist ein kleineres Format günstiger, obwohl der Quadratmeterpreis höher ist.

Zuschnitte um Steckdosen, Rohre und Nischen kosten Zeit. Ein Bad mit vielen Vorsprüngen ist bei gleicher Fläche deutlich aufwendiger als ein rechteckiger Raum.

Deshalb messen wir vor Ort auf, statt aus Quadratmetern zu rechnen. Die Besichtigung kostet nichts.

Häufige Fragen

Können einzelne Fliesen getauscht werden?

Ja, wenn Sie Reserve aus derselben Charge haben. Nachkaufen führt fast immer zu einem Farbunterschied — Keramik wird chargenweise gebrannt. Wir legen deshalb bei jedem Auftrag ein bis zwei Quadratmeter zurück.

Wie hoch wird gefliest?

Im Bad meist raumhoch in der Dusche und in Nassbereichen, sonst bis Oberkante Waschtischspiegel oder als Streifen. Raumhoch ist pflegeleichter, ein teilgefliestes Bad wirkt wohnlicher. Beides ist zulässig, solange die Abdichtung stimmt.

Was kostet Mosaik im Vergleich?

Deutlich mehr, und zwar wegen der Arbeitszeit, nicht wegen des Materials. Deshalb wird es meist gezielt eingesetzt — in der Duschnische, als Bordüre, auf einer Wandfläche — statt im ganzen Raum.

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