Malerarbeiten — Spachteln, Streichen, Tapezieren
Malerarbeiten sind das letzte Gewerk und dasjenige, an dem man die Arbeit aller vorherigen sieht. Eine Wand wirkt nur so gut wie die Vorbereitung darunter.
Wir vergeben sie an denselben Malerbetrieb, mit dem wir seit Jahren arbeiten — als Abschluss einer Sanierung oder als eigenständigen Auftrag.

Die Spachtelqualitäten
Der Preisunterschied zwischen den Stufen ist erheblich, und er ist begründet: Jede Stufe bedeutet einen weiteren Arbeitsgang mit Trocknungszeit dazwischen.
Q1 — nur Fugen gefüllt. Für Flächen, die nicht sichtbar bleiben.
Q2 — Grundverspachtelung. Genügt für Raufaser, strukturierte Tapeten und Fliesen.
Q3 — zusätzlich breit ausgezogene Übergänge. Für matte Anstriche und feine Tapeten.
Q4 — vollflächig überzogen. Nötig bei Streiflicht, glänzenden Farben und großen ungeteilten Flächen.
Der häufigste Fehler: Eine Wand wird in Q2 gespachtelt und später mit seidenglänzender Farbe gestrichen. Dann zeichnet jede Fuge durch, sobald Licht flach einfällt. Deshalb fragen wir vor dem Angebot, was auf die Wand kommt.
Untergrund im Altbau
- Alte Tapeten gehören herunter, wenn sie sich lösen oder mehrlagig sind. Überstreichen spart Zeit und bringt Blasen.
- Leimfarbe in Altbauten löst sich bei Feuchte. Sie muss abgewaschen werden, sonst hält kein neuer Anstrich.
- Sandender Putz braucht einen Tiefengrund. Wer darauf streicht, bekommt einen Anstrich, der sich mit dem Untergrund ablöst.
- Risse unterscheiden: Setzungsrisse gehen durch den Putz und kommen wieder. Schwindrisse lassen sich ausbessern. Gewebe hilft bei feinen Rissen, bei arbeitenden nicht.
- Nikotin und Ruß brauchen eine Sperrgrundierung, sonst schlagen sie durch jeden Anstrich.
Farben und Oberflächen
Dispersionsfarbe ist der Standard: strapazierfähig, abwaschbar je nach Qualität, in jedem Farbton.
Silikatfarbe ist mineralisch und diffusionsoffen, geeignet auf Kalkputz und in feuchtebelasteten Räumen. Auf historischem Mauerwerk die passende Wahl.
Kalkfarbe reguliert Feuchte und hemmt Schimmel. Sie ist empfindlicher gegen mechanische Belastung.
Der Glanzgrad entscheidet mehr über die Wirkung als die Farbe. Matt verzeiht Unebenheiten, seidenglänzend zeigt jede. In Fluren und Kinderzimmern ist eine abwaschbare, leicht glänzende Farbe trotzdem praktischer.
Tapeten
Vliestapeten werden mit Kleister an der Wand verarbeitet — einfacher, maßhaltiger und beim Entfernen trocken abziehbar.
Papiertapeten müssen eingeweicht werden und dehnen sich dabei. Sie verzeihen Fehler beim Ansetzen weniger.
Raufaser ist nach wie vor die günstigste Lösung für unruhige Untergründe — sie kaschiert, was eine glatte Fläche zeigen würde.
Glasgewebe in Treppenhäusern und stark beanspruchten Bereichen. Es überbrückt feine Risse und hält Stöße aus.
Staub, Geruch und Bewohnbarkeit
Schleifen ist die staubigste Arbeit im Malergewerk. Wir arbeiten mit Absaugung direkt am Schleifgerät und mit Staubschutzwänden — im bewohnten Haus der Unterschied zwischen einer Woche Ärger und einer normalen Baustelle.
Geruch. Moderne Dispersionsfarben sind emissionsarm und nach wenigen Stunden geruchsfrei. Lacke und Lasuren riechen länger — hier lohnt es, den Raum ein bis zwei Tage nicht zu nutzen.
Trocknungszeiten lassen sich nicht verkürzen. In ungeheizten Räumen und bei hoher Luftfeuchte dauert alles länger, besonders im Winter.
Fassade und Außenanstrich
Draußen gelten andere Anforderungen als innen: Schlagregen, UV-Licht, Frost und im Fünfseenland deutlich mehr Niederschlag als im Münchner Becken.
Silikonharzfarbe ist wasserabweisend und trotzdem dampfdurchlässig — der heutige Standard für die meisten Fassaden.
Silikatfarbe verkieselt mit dem mineralischen Untergrund und ist auf Kalkputz und historischem Mauerwerk die richtige Wahl.
Der Untergrund entscheidet. Ein Anstrich, der nach fünf Jahren abblättert, hatte fast immer ein Untergrundproblem — losen Altanstrich, sandenden Putz oder Feuchte von hinten. Deshalb wird geprüft und vorbereitet, bevor gestrichen wird.
Zeitfenster: über fünf Grad und ohne Frost in den folgenden Nächten. Praktisch heißt das April bis Oktober.
Wo Malerarbeiten im Ablauf stehen
Sie kommen zweimal: einmal grob und einmal fein.
Vor den Bodenbelägen wird gespachtelt und grundiert, teils auch der erste Anstrich aufgebracht. Dann darf Farbe auf den Rohboden tropfen.
Nach der Endmontage folgen der Feinschliff, Ausbesserungen und der letzte Anstrich — wenn Türzargen, Steckdosen und Leisten sitzen und die Schäden entstanden sind, die bei der Montage entstehen.
Wer nur einmal streicht, hat entweder Farbe auf dem neuen Parkett oder Kratzer in der fertigen Wand. Deshalb steht beides im Terminplan.
Häufige Fragen
Wie oft muss gestrichen werden?
In Wohnräumen alle acht bis zwölf Jahre, in Fluren und Küchen früher. Was den Abstand bestimmt, ist weniger die Farbe als die Beanspruchung.
Muss die alte Tapete runter?
Wenn sie fest sitzt und einlagig ist, kann sie überstrichen werden. Bei mehreren Lagen, gelösten Kanten oder Strukturtapeten unter glatter Farbe gehört sie herunter — sonst zeigt sich das im Ergebnis.
Können Sie einzelne Räume machen?
Ja. Ein einzelner Raum genauso wie das ganze Haus. Bei mehreren Räumen lohnt es sich, sie zusammen zu machen — Aufbau, Abdecken und Anfahrt fallen dann einmal an.