Solarthermie — Warmwasser und Heizungsunterstützung
Solarthermie erzeugt Wärme aus Sonnenlicht — direkt, ohne Umweg über Strom. Sie ist im Wirkungsgrad der Photovoltaik deutlich überlegen und im Einsatzbereich deutlich enger.
Wir sagen Ihnen vor der Auslegung, welche der beiden Techniken in Ihrem Fall mehr bringt.

Solarthermie oder Photovoltaik
Die Frage stellt sich bei begrenzter Dachfläche fast immer, und die Antwort hat sich in den letzten Jahren verschoben.
Solarthermie wandelt einen deutlich höheren Anteil der Einstrahlung in nutzbare Energie um. Sie kann diese Energie aber nur als Wärme abgeben — und Wärme braucht man im Sommer am wenigsten, wenn am meisten davon anfällt.
Photovoltaik hat den geringeren Wirkungsgrad, produziert dafür Strom, der sich vielseitig verwenden lässt: für den Haushalt, für die Wärmepumpe, für das Auto — und einspeisen lässt er sich auch.
Wo Solarthermie punktet: bei hohem, gleichmäßigem Warmwasserbedarf über das ganze Jahr. Mehrfamilienhäuser, Gastronomie, Betriebe mit Duschen.
Wo Photovoltaik meist vorne liegt: im Einfamilienhaus, besonders wenn eine Wärmepumpe geplant ist.
Warmwasser oder Heizungsunterstützung
Reine Warmwasseranlage. Kleinere Kollektorfläche, einfacher Speicher. Sie deckt im Sommer den Warmwasserbedarf fast vollständig, im Winter wenig. Das ist der wirtschaftlichere und unkompliziertere Fall.
Heizungsunterstützung. Größere Fläche, Pufferspeicher, aufwendigere Einbindung. Sie liefert in der Übergangszeit einen spürbaren Beitrag, im Hochwinter kaum. Der Ertragsgewinn steht in keinem guten Verhältnis zum Mehraufwand — außer bei Gebäuden mit niedriger Vorlauftemperatur und großem Speicher.
Überhitzung im Sommer ist bei großen Anlagen ein technisches Thema: Wenn keine Wärme abgenommen wird, geht die Anlage in Stagnation. Das muss die Auslegung berücksichtigen.
Kollektoren und Speicher
Flachkollektoren sind der Standard: robust, günstig, unauffällig. Für Warmwasser vollkommen ausreichend.
Vakuumröhrenkollektoren haben höhere Erträge bei niedrigen Temperaturen und weniger Fläche. Teurer, empfindlicher gegen Schneelast und bei Defekt aufwendiger.
Der Speicher ist das Herz der Anlage. Zu klein bedeutet, dass die Sonne nicht genutzt wird; zu groß bedeutet unnötige Bereitschaftsverluste. Die Auslegung richtet sich nach dem Warmwasserbedarf, nicht nach der Kollektorfläche.
Frostschutz. Der Solarkreis läuft mit einem Wasser-Glykol-Gemisch. Es altert — die Prüfung des Frostschutzes gehört zur Wartung.
Einbindung in die vorhandene Anlage
Die meisten Solarthermieanlagen werden in eine bestehende Heizung eingebunden. Drei Punkte entscheiden darüber, ob das sauber funktioniert:
Speicheranschlüsse. Der vorhandene Speicher braucht einen zweiten Wärmetauscher. Fehlt er, muss der Speicher getauscht werden — das ist meist der größte Einzelposten.
Regelung. Solarkreis und Heizung müssen miteinander sprechen. Der Kessel darf nicht nachheizen, solange die Sonne liefert.
Leitungsweg. Vom Dach zum Keller, möglichst kurz und gut gedämmt. Jeder ungedämmte Meter kostet einen Teil des Ertrags.
Wartung
Eine Solarthermieanlage läuft unauffällig — und genau deshalb fällt ein Defekt oft jahrelang nicht auf.
Anlagendruck und Frostschutz jährlich prüfen. Ein gealtertes Glykolgemisch verliert seine Schutzwirkung und wird sauer, was Kupferleitungen angreift.
Ertrag beobachten. Wenn die Anlage im Juni den Speicher nicht mehr auf Temperatur bringt, stimmt etwas nicht — meist ist es die Pumpe oder ein Luftpolster im Kreis.
Wir warten auch Anlagen, die wir nicht selbst gebaut haben.
Was bei der Montage zu beachten ist
Dachdurchführung. Die beiden Solarleitungen und das Fühlerkabel müssen durchs Dach. Das ist die Stelle, an der bei unsauberer Ausführung Wasser eindringt — eine fertige Durchführungspfanne ist hier die richtige Lösung, kein abgedichtetes Loch.
Befestigung auf den Sparren, nicht auf der Lattung, und mit ausgeklinkten Ziegeln unter den Haken. Wird der Ziegel nicht ausgeklinkt, liegt er auf und bricht beim ersten Schneedruck.
Statik und Schneelast. Im Fünfseenland ein realer Punkt, besonders bei Vakuumröhren.
Erst das Dach prüfen. Eine Anlage hält zwei bis drei Jahrzehnte. Ein Dach, das in acht Jahren fällig ist, hält nicht so lange — dann wird zweimal montiert. Wir sehen uns das Dach an, bevor wir über Kollektoren sprechen.
Häufige Fragen
Lohnt sich Solarthermie neben einer Photovoltaikanlage?
Bei begrenzter Dachfläche meist nicht — dann ist Photovoltaik vielseitiger. Bei großem Warmwasserbedarf und ausreichend Fläche können beide nebeneinander sinnvoll sein.
Wie lange hält eine Anlage?
Kollektoren 20 bis 30 Jahre, Speicher ähnlich. Die Verschleißteile sind Pumpe, Regelung und das Wärmeträgermedium — sie werden im Lauf der Zeit getauscht.
Brauche ich eine Genehmigung?
Für Aufdachanlagen auf Wohngebäuden in der Regel nicht. Bei Denkmalen und in Gebieten mit Gestaltungssatzung schon — wir klären das vorab.