Treppenbau — neu, saniert oder neu belegt
Eine Treppe ist das Bauteil, das am häufigsten benutzt und am seltensten angesehen wird — bis sie knarzt, rutschig wird oder das Geländer wackelt.
Wir bauen neu, sanieren vorhandene und erneuern Beläge auf Betontreppen.

Steigungsverhältnis — die Zahl, die alles bestimmt
Ob eine Treppe angenehm zu gehen ist, entscheidet das Verhältnis von Steigung zu Auftritt. Die Faustregel: zweimal die Steigung plus einmal der Auftritt ergibt etwa 63 Zentimeter.
Bei Wohngebäuden sind Steigung und Auftrittsbreite bauordnungsrechtlich geregelt. Im Altbau sind die vorhandenen Treppen oft steiler als heute zulässig — das ist im Bestand hinnehmbar, bei einem Neubau oder einer wesentlichen Änderung nicht.
Der Engpass ist fast immer der Platz. Wer eine flachere Treppe will, braucht mehr Lauflänge. Wo die fehlt, hilft nur ein Podest, eine gewendelte Führung oder eine andere Position im Grundriss.
Was bei Ihnen geht, rechnen wir nach dem Aufmaß — nicht nach Katalogmaßen.
Holz, Beton, Stahl
Holztreppe. Warm, leise, reparabel. Sie arbeitet mit der Luftfeuchte, und genau daher kommt das Knarzen — meist von einer trockenen Verbindung zwischen Stufe und Wange, die sich nachziehen lässt.
Betontreppe. Massiv, leise, dauerhaft. Wird meist belegt — mit Holz, Naturstein oder Fliesen. Der Belag ist dann das, was altert, nicht die Treppe.
Stahltreppe. Schlank und tragfähig, für Nebenräume und außen. Innen braucht sie Maßnahmen gegen Trittschall, sonst hört man jeden Schritt im ganzen Haus.
Sanierung statt Neubau
In den meisten Fällen muss die Treppe nicht weg. Drei Wege sind üblich:
Aufarbeiten. Stufen abschleifen, Verbindungen nachziehen, neu ölen oder lackieren. Bei einer gesunden Holztreppe die günstigste Lösung, und das Ergebnis wirkt wie neu.
Belegen. Auf eine ausgetretene Betontreppe oder eine abgenutzte Holztreppe kommen neue Stufen aus Massivholz oder Naturstein. Die Aufbauhöhe ändert sich dabei — die oberste und die unterste Stufe müssen angepasst werden, sonst stimmt das Steigungsverhältnis nicht mehr.
Einzelne Stufen tauschen. Bei lokalen Schäden möglich, wenn das Holz beschaffbar ist. Ein Farbunterschied bleibt meist.
Geländer und Sicherheit
Geländerhöhe ist vorgeschrieben und richtet sich nach der Absturzhöhe. Bei Altbautreppen liegt sie häufig darunter — bei einer Sanierung ist das der Punkt, an dem nachgebessert werden sollte.
Abstand der Füllstäbe. Wo Kinder im Haus sind, gilt der Grundsatz, dass kein Kopf durchpassen darf. Waagerechte Füllungen laden zum Klettern ein und sind deshalb ungeeignet.
Rutschhemmung. Geölte Holzstufen sind griffiger als lackierte. Auf Naturstein und Fliesen im Außenbereich ist eine rutschhemmende Oberfläche Pflicht.
Beleuchtung. Der erste und der letzte Tritt sind die kritischen. Eine Stufenbeleuchtung kostet wenig, wenn die Leitung ohnehin gelegt wird.
Trittschall — im Mehrfamilienhaus der Streitpunkt
Was für Sie eine leise Treppe ist, hört die Wohnung darunter anders. Im Mehrfamilienhaus ist der Trittschall bei Treppen der häufigste Grund für Beschwerden nach einer Sanierung.
Entkopplung an den Auflagern. Eine Treppe, die starr mit Wand und Decke verbunden ist, leitet jeden Schritt ins Bauwerk. Elastische Lager zwischen Treppe und Baukörper unterbrechen diesen Weg.
Belag. Holz auf Beton mit elastischer Zwischenlage ist deutlich leiser als direkt verklebt. Teppich auf Stufen ist die wirksamste, aber nicht immer gewollte Lösung.
Geländerbefestigung. Wird es starr in die Wand gedübelt, überträgt es Körperschall mit. Auch hier hilft eine elastische Zwischenlage.
Wo es auf gemessene Werte ankommt, bauen wir nach geprüftem Systemaufbau und dokumentieren, was verbaut wurde.
Häufige Fragen
Warum knarzt meine Treppe?
Fast immer wegen einer Verbindung, die sich durch das Arbeiten des Holzes gelockert hat. Das lässt sich meist nachziehen oder verkeilen, ohne die Treppe zu öffnen. Ein Austausch ist selten nötig.
Kann ich eine Betontreppe mit Holz belegen?
Ja, das ist ein häufiger Auftrag. Wichtig ist, die Höhen anzupassen, damit das Steigungsverhältnis stimmt — sonst ist die erste oder letzte Stufe anders hoch als die übrigen, und genau darüber stolpert man.
Brauche ich für eine neue Treppe eine Genehmigung?
Innerhalb einer Wohnung meist nicht. Sobald sie ein Rettungsweg ist oder Geschosse verbindet, die vorher nicht verbunden waren, wird es genehmigungspflichtig. Wir klären das vor dem Angebot.