Bewässerung — fest verlegt statt Gießkanne
Eine fest verlegte Bewässerung ist im Fünfseenland kein Luxus mehr. Sie wässert nachts, wenn kaum etwas verdunstet, und dosiert statt reichlich.
Der wichtigste Satz vorweg: Die Leitungen gehören in den Aushub. Nachträglich bedeutet, den fertigen Garten wieder aufzunehmen.

Selten und viel statt oft und wenig
Der häufigste Fehler beim Gießen — und der, den eine schlecht eingestellte Anlage zuverlässig wiederholt.
Häufiges Wässern mit kleinen Mengen zieht die Wurzeln nach oben, wo sie bei der nächsten Trockenheit als Erste leiden. Richtig ist ein- bis zweimal pro Woche, dafür 15 bis 20 Liter je Quadratmeter. So dringt das Wasser tief ein, und die Wurzeln folgen ihm.
Morgens ist besser als abends. Nachts feuchte Halme begünstigen Pilzkrankheiten. Eine Steuerung kann das — sie läuft in den frühen Morgenstunden, wenn niemand im Garten ist.
Die Technik
Versenkregner für Rasenflächen. Sie fahren beim Betrieb aus und verschwinden danach — der Mäher fährt darüber. Die Reichweiten müssen sich überlappen, sonst bleiben Streifen trocken.
Tropfschläuche für Beete und Hecken. Sie geben das Wasser direkt an der Wurzel ab, ohne Verdunstungsverlust und ohne nasses Laub.
Sprühdüsen für kleine und schmale Flächen, wo ein Regner zu weit wirft.
Magnetventile teilen die Anlage in Kreise. Sie laufen nacheinander, weil der Wasserdruck nicht für alles gleichzeitig reicht.
Steuerung mit Regensensor. Ohne ihn läuft die Anlage auch im Dauerregen — und das fällt niemandem auf, weil sie nachts läuft.
Was vorgeschrieben ist
Sicherung gegen Rückfluss ins Trinkwassernetz. Eine Bewässerungsanlage ist ein Bauteil der Trinkwasserinstallation; ohne Systemtrenner kann Wasser aus dem Garten ins Hausnetz zurückgedrückt werden.
Frostsicherheit. Im Herbst müssen die Leitungen ausgeblasen werden. Wer das vergisst, findet im Frühjahr gerissene Rohre — und der Schaden liegt unter der Grasnarbe.
Elektroanschluss für Steuerung und Ventile über einen Fehlerstromschutzschalter.
Wir übernehmen die Einwinterung auf Wunsch im Pflegeabo, mit festem Termin im Oktober oder November.
Zisterne und Regenwasser
Regenwasser ist weicher als Leitungswasser und für Pflanzen besser geeignet. Eine Zisterne lohnt sich vor allem dort, wo ohnehin gegraben wird.
Die Größe richtet sich nach Dachfläche und Gartengröße, nicht nach dem Katalog. Zu groß bedeutet, dass sie nie voll wird; zu klein, dass sie nach drei Tagen leer ist.
Überlauf einplanen. Er geht in die Versickerung oder — wo zulässig — in den Kanal. Mehrere Gemeinden im Landkreis verlangen die Versickerung auf dem eigenen Grundstück; eine Zisterne mit Überlauf in eine Rigole erfüllt das gleich mit.
Getrennte Leitungen. Regenwasser darf nicht ins Trinkwassernetz. Die Leitungen werden gekennzeichnet, damit auch in zwanzig Jahren niemand sie verwechselt.
Planung: was vor dem ersten Spatenstich feststehen muss
- Wasserdruck und Durchfluss am Hausanschluss. Sie bestimmen, wie viele Regner gleichzeitig laufen können und wie die Kreise aufgeteilt werden. Gemessen, nicht geschätzt.
- Flächen und Pflanzenarten. Rasen, Beete und Hecken brauchen unterschiedliche Mengen — sie gehören in getrennte Kreise, sonst ist eines immer falsch versorgt.
- Sonne und Schatten. Eine Südfläche braucht mehr als eine Nordseite unter Bäumen.
- Boden. Auf Lehm läuft Wasser langsam ein; zu schnelle Gaben laufen oberflächlich ab, statt einzusickern. Dann wird in mehreren kurzen Durchgängen gewässert statt in einem langen.
- Leerrohre für später. Sie kosten im offenen Graben fast nichts.
Was die Anlage nicht leistet
Zwei ehrliche Einschränkungen, bevor Sie entscheiden.
Sie ersetzt keine passende Pflanzenwahl. Wer mediterrane Gehölze auf Lehm setzt, bekommt sie auch mit Bewässerung nicht dauerhaft durch. Der Standort entscheidet, die Technik gleicht nur aus.
Sie braucht Kontrolle. Ein verstopfter Tropfschlauch oder ein verstellter Regner fällt nachts niemandem auf — erst wenn ein Streifen braun wird. Einmal im Frühjahr durchgehen und die Kreise einzeln laufen lassen genügt.
Beides übernehmen wir im Pflegeabo mit, zusammen mit der Einwinterung im Herbst.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Einbau?
Bei einem mittleren Garten zwei bis vier Tage, wenn die Flächen offen sind. In einem fertigen Garten deutlich länger — dort wird mit dem Verlegepflug gearbeitet oder von Hand gegraben.
Kann ich die Anlage später erweitern?
Mit ausreichend dimensionierter Hauptleitung und einem Verteiler mit Reserve ja. Das kostet beim Bau fast nichts und erspart später eine zweite Grabung.
Was kostet der Betrieb?
Deutlich weniger als Gießen von Hand, weil dosiert und nachts gewässert wird. Wo eine Zisterne vorhanden ist, fällt der Wasserpreis für den Garten weitgehend weg.