Heizungswartung — jährlich, mit Protokoll und Erinnerung
Eine gewartete Heizung verbraucht weniger, hält länger und fällt seltener aus — und wenn sie ausfällt, dann im Sommer bei geplantem Termin statt im Januar.
Wir warten auch Anlagen, die wir nicht selbst eingebaut haben. Sie müssen dafür nicht Kunde für eine Sanierung sein.

Was bei einer Wartung passiert
- Brenner reinigen und einstellen. Ruß und Ablagerungen senken den Wirkungsgrad messbar.
- Abgaswerte messen. Sie zeigen, ob die Verbrennung stimmt — und sie sind die Kennzahl, an der man einen schleichenden Defekt zuerst sieht.
- Sicherheitseinrichtungen prüfen. Sicherheitsventil, Ausdehnungsgefäß, Temperaturbegrenzer.
- Anlagendruck und Vordruck prüfen und einstellen.
- Verschleißteile tauschen, bevor sie ausfallen — Dichtungen, Zündelektroden, Filter.
- Entlüften und Umwälzpumpe prüfen.
- Protokoll mit allen Messwerten. Es dokumentiert auch die Entwicklung über die Jahre.
Wartung und Schornsteinfeger sind zwei Dinge
Das wird regelmäßig verwechselt. Der Schornsteinfeger führt die vorgeschriebene Überwachung durch — Abgaswegüberprüfung und Emissionsmessung. Er prüft, ob die Anlage sicher und im zulässigen Rahmen betrieben wird.
Die Wartung ist etwas anderes: Sie hält die Anlage in Ordnung, statt nur festzustellen, ob sie es ist. Ein Schornsteinfeger reinigt keinen Brenner und tauscht keine Dichtung.
Beide Termine sind sinnvoll, und beide fallen jährlich an. Wer nur einen davon hat, hat eine Lücke.
Der Anlagendruck — der Hinweis, der übersehen wird
Sinkt der Druck regelmäßig, hat das eine von zwei Ursachen: eine Leckage im System oder ein Ausdehnungsgefäß, das seinen Vordruck verloren hat.
Nur nachfüllen ist die schlechteste Antwort. Bei jedem Nachfüllen kommt Sauerstoff ins System, und Sauerstoff beschleunigt die Korrosion von innen. Nach Jahren zeigt sich das als Schlamm in den Heizkörpern und als defekte Umwälzpumpe.
Beide Ursachen lassen sich in einer halben Stunde eingrenzen. Das Ausdehnungsgefäß ist ein günstiges Bauteil — es zu prüfen gehört zur Wartung, es zu tauschen ist kein großer Eingriff.
Die Heizkurve — die häufigste unentdeckte Sparmöglichkeit
Viele Anlagen laufen seit der Inbetriebnahme mit der Werkseinstellung. Die liegt aus Sicherheitsgründen deutlich über dem tatsächlichen Bedarf.
Eine richtig eingestellte Heizkurve senkt die Vorlauftemperatur so weit, dass es in allen Räumen noch warm wird — und keinen Grad darüber. Bei Brennwertgeräten entscheidet genau das darüber, ob sie überhaupt im Brennwertbetrieb laufen.
Das Einstellen dauert nicht lange, braucht aber eine kalte Woche zur Kontrolle. Wir machen es im Rahmen der Wartung und schauen beim nächsten Termin nach, ob es gepasst hat.
Terminerinnerung
Wer die Wartung im Abo hat, bekommt von uns die Erinnerung. Sie müssen nicht daran denken, und wir müssen nicht nachfragen.
Für Hausverwaltungen läuft das als Rahmenvereinbarung mit festen Terminen und gleichbleibender Dokumentation — inklusive Trinkwasserprüfung nach DIN 1988, wo sie vorgeschrieben ist. Details unter Trinkwasserhygiene.
Was Sie selbst tun können
Drei Dinge lohnen einen Blick zwischen den Wartungen.
Anlagendruck ablesen. Am Manometer, bei kalter Anlage. Unter einem bar ist zu wenig. Wer ihn regelmäßig notiert, erkennt einen schleichenden Verlust, bevor die Anlage abschaltet.
Heizkörper entlüften. Wenn oben kalt und unten warm, ist Luft drin. Danach den Druck kontrollieren — beim Entlüften sinkt er.
Thermostate im Sommer aufdrehen. Ein Ventil, das monatelang geschlossen steht, setzt sich fest und öffnet im Herbst nicht mehr. Einmal ganz auf und wieder zu, im August, erspart den Notruf im Oktober.
Was nicht dazugehört: am Brenner arbeiten, Sicherheitsventile prüfen oder die Heizkurve verstellen, ohne zu wissen, welche Auswirkung das hat.
Alte Anlagen — wann Wartung noch lohnt
Ab einem gewissen Alter stellt sich die Frage, ob weiter gewartet oder getauscht wird. Drei Anhaltspunkte:
Ersatzteilversorgung. Bei Geräten über 20 Jahren wird es schwierig. Eine Anlage, für die es keine Dichtung mehr gibt, ist beim nächsten Defekt ein Fall für den Tausch — im Winter und ungeplant.
Betriebsbeschränkungen. Für bestimmte alte Kessel gibt es Austauschpflichten, mit Ausnahmen für selbst bewohnte Gebäude. Was für Ihre Anlage gilt, sagt der Schornsteinfeger, und wir sehen es bei der Wartung.
Reparaturkosten. Wenn eine Reparatur einen erheblichen Teil des Neupreises erreicht, lohnt sie bei einem alten Gerät selten.
Wir sagen Ihnen offen, wenn wir eine Reparatur für rausgeworfenes Geld halten — auch wenn die Reparatur der schnellere Auftrag wäre.
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Wartung?
Im Sommer oder Frühherbst. Dann sind die Termine frei, und ein Defekt fällt auf, bevor geheizt wird. Im Januar ist jeder Betrieb ausgelastet, und ein Ersatzteil kann Tage brauchen.
Warten Sie auch Wärmepumpen?
Ja. Dort sind es weniger Verschleißteile als bei einem Brenner, dafür ist die Einstellung empfindlicher. Jährlich eine Sichtprüfung, alle zwei Jahre ausführlich.
Ist Wartung Pflicht?
Vorgeschrieben ist die Überwachung durch den Schornsteinfeger. Die Wartung selbst kann in Herstellergarantien und Versicherungsbedingungen verlangt sein — und bei einem Schaden ist die Frage, ob gewartet wurde, regelmäßig entscheidend.