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Dachsanierung — Eindeckung, Dämmung und Anschlüsse

Eine Dachsanierung ist der Zeitpunkt, an dem sich Entscheidungen für die nächsten fünfzig Jahre treffen lassen — und der einzige, an dem eine Aufsparrendämmung ohne Zusatzaufwand möglich ist.

Wer nur die Ziegel tauscht, hat das Gerüst bezahlt und die Gelegenheit verschenkt.

Neu eingedecktes Dach mit Spenglerarbeiten

Wann eine Sanierung fällig ist

  • Mürbe Ziegel — bei Betondachsteinen an abplatzender Oberfläche erkennbar, bei Tonziegeln an Rissen und Frostabplatzungen.
  • Keine Unterspannbahn. Dächer vor 1980 haben oft keine. Bei Flugschnee und Schlagregen kommt Wasser durch, auch wenn kein Ziegel fehlt.
  • Morsche Lattung. Sieht man erst, wenn die Ziegel ab sind — deshalb steht das als mögliche Position im Angebot.
  • Feuchteflecken am Sparren oder Zugluft an der Traufe.

Einzelne Reparaturen lohnen, solange die Fläche insgesamt in Ordnung ist. Ab einem gewissen Anteil schadhafter Ziegel verlängert jede Reparatur nur ein absehbares Ende.

Was zur Sanierung gehört

Eindeckung — Ziegel oder Betondachsteine, im Ortsbild mancher Gemeinden vorgegeben.

Lattung und Konterlattung — die Konterlattung schafft die Hinterlüftung, ohne die kein Dach abtrocknet.

Unterspannbahn als zweite wasserführende Ebene.

Aufsparrendämmung, wo sie sinnvoll ist. Bauphysikalisch die beste Lösung, weil es fast keine Wärmebrücken gibt — das Holz bleibt innen sichtbar.

Spenglerarbeiten — Rinnen, Kehlen, Anschlüsse an Kamin und Gaube. Dort entstehen die meisten Wasserschäden, nicht in der Fläche.

Schneefanggitter und Sicherheitshaken für spätere Arbeiten. Beides kostet jetzt wenig.

Warum Dach und Fassade zusammengehören

Ein Gerüst steht bei einer Dachsanierung mehrere Wochen. Dieselbe Einrüstung braucht die Fassadendämmung. Wer beides in einem Zug macht, bezahlt das Gerüst einmal statt zweimal.

Der zweite Grund wiegt schwerer: Der Anschluss zwischen Dach und Wand ist die Stelle, an der Sanierungen scheitern. Bleibt die Dachschräge ungedämmt, während die Wand gedämmt wird, entsteht dort eine kalte Stelle — und dort schlägt sich Feuchte nieder.

Auch der Dachüberstand ist zu prüfen: Nach einer Fassadendämmung reicht er unter Umständen nicht mehr aus und muss verlängert werden.

Was wir vor dem Angebot ansehen

  • Zustand von innen — Feuchteflecken, Verfärbungen an der Unterspannbahn, Zugluft.
  • Tragfähigkeit. Eine schwerere Eindeckung als vorher braucht einen statischen Nachweis.
  • Ortsgestaltungssatzung. In mehreren Gemeinden im Landkreis sind Form, Neigung, Farbe und Material vorgegeben.
  • Gerüst oder Hubarbeitsbühne. Das macht im Preis den größten Unterschied.
  • Photovoltaik — wenn eine Anlage geplant ist, gehört sie in denselben Bauabschnitt. Eine Anlage auf einem Dach, das in acht Jahren fällig wird, muss zweimal montiert werden.

Flachdächer und Garagen

Ein Flachdach lebt von der Abdichtung, nicht von der Ableitung.

Bitumenbahnen zweilagig verschweißt sind der bewährte Standard, Lebensdauer 20 bis 30 Jahre. Kunststoffbahnen sind leichter und einlagig zu verlegen, dafür empfindlicher gegen mechanische Beschädigung.

Gefälle braucht auch ein Flachdach — mindestens zwei Prozent. Steht Wasser dauerhaft, altert jede Abdichtung schneller.

Begrünung schützt die Abdichtung vor UV-Licht und Temperaturwechseln und verlängert ihre Lebensdauer erheblich. Sie setzt eine wurzelfeste Bahn und ausreichende Tragfähigkeit voraus. Mehr unter Dachbegrünung.

Was ein Dach im Fünfseenland aushalten muss

Schneelast. Sie gehört in jede Berechnung, besonders bei Photovoltaik und bei einer schwereren Eindeckung als vorher.

Nordseiten vermoosen. Das ist normal und kein Schaden. Ein Hochdruckreiniger öffnet die Ziegeloberfläche und beschleunigt das Nachwachsen — besser in Ruhe lassen oder vorsichtig mechanisch entfernen.

Laub in den Rinnen. Bei Bäumen in der Nähe ein- bis zweimal im Jahr räumen. Pflanzen in der Rinne heißen: Sie wurde seit Jahren nicht kontrolliert, und darunter sitzt meist schon Rost.

Eiszapfen an derselben Stelle jeden Winter deuten auf fehlendes Gefälle oder eine Wärmebrücke, die den Schnee von unten antaut.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Dachsanierung?

Bei einem Einfamilienhaus ein bis drei Wochen, je nach Fläche und Dämmung. Wir öffnen nur so viel, wie am selben Tag wieder dicht wird — bei Regen wird nicht angefangen.

Muss der Dachstuhl mit erneuert werden?

Meist nicht. Ein gesunder Dachstuhl überdauert mehrere Eindeckungen. Regelmäßig ersetzt werden Lattung und gelegentlich das Fußpunkt-Holz an der Traufe, wo über Jahre Wasser stand.

Lohnt sich die Aufsparrendämmung?

Wenn das Dach ohnehin geöffnet wird, fast immer — der Mehraufwand besteht dann im Wesentlichen aus dem Material. Als alleinige Maßnahme ist sie teuer, weil die komplette Eindeckung dafür herunter muss.

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