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Kamin und Kachelofen — Einbau, Anschluss und Vorschriften

Ein Ofen ist das einzige Heizgerät, das man sieht — und das einzige, bei dem Sicherheit und Behördengang vor der Auswahl kommen.

Ob ein Ofen in Ihr Haus passt, entscheidet nicht der Katalog, sondern der Schornstein, die Luftzufuhr und der Schornsteinfeger.

Kaminofen mit Sichtscheibe im Wohnraum

Was vor der Auswahl geklärt wird

  • Schornstein. Ist einer vorhanden, welchen Querschnitt hat er, ist er für Festbrennstoffe zugelassen? Ein alter Kaminzug, der für einen Ölkessel genutzt wurde, ist nicht automatisch geeignet.
  • Zug berechnen. Querschnitt und Höhe müssen zum Gerät passen. Zu wenig Zug bedeutet Rauch im Raum, zu viel einen zu schnellen Abbrand.
  • Verbrennungsluft. In dichten Gebäuden — und jedes gedämmte Haus ist dicht — reicht die Raumluft nicht. Dann braucht es eine externe Luftzufuhr.
  • Lüftungsanlage. Wo eine kontrollierte Wohnraumlüftung läuft, gelten zusätzliche Anforderungen, weil sie Unterdruck erzeugen kann.
  • Abstände und Boden. Zu brennbaren Bauteilen und vor der Feuerraumöffnung sind Mindestabstände einzuhalten, der Boden braucht eine nicht brennbare Unterlage.

Der Schornsteinfeger ist dabei kein Formalismus: Er gibt die Anlage frei, und ohne seine Abnahme darf sie nicht betrieben werden. Wir stimmen uns vorher mit ihm ab, nicht danach.

Die Bauarten

Kaminofen. Freistehend, schnell warm, schnell wieder kalt. Der einfachste Fall — Aufstellen, anschließen, abnehmen lassen.

Kachelofen und Grundofen. Massiv gemauert, speichert Wärme über viele Stunden und gibt sie als Strahlungswärme ab. Er braucht Platz, ein tragfähiges Fundament und deutlich mehr Bauzeit.

Heizkamin mit Sichtscheibe. Ein Heizeinsatz in einer gemauerten Verkleidung — die Mischung aus Feuerblick und Speichermasse.

Wasserführende Geräte geben einen Teil der Wärme an den Pufferspeicher ab und unterstützen die Heizung. Sie sind aufwendiger einzubinden und lohnen nur bei regelmäßigem Betrieb.

Vorschriften und Feinstaub

Für Einzelraumfeuerungsanlagen gelten Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid. Für ältere Geräte gibt es gestaffelte Fristen, nach denen sie nachgerüstet oder außer Betrieb genommen werden müssen — Ausnahmen bestehen etwa für Grundöfen und für Anlagen, die die einzige Heizung sind.

Was das praktisch heißt: Wenn Sie einen alten Ofen haben, fragen Sie Ihren Schornsteinfeger nach dem Baujahr und dem Typenschild. Er weiß, welche Frist gilt.

Richtig heizen senkt die Emissionen erheblich: trockenes Holz mit unter 20 Prozent Feuchte, von oben anzünden, in der Anbrennphase viel Luft, nicht drosseln, um die Nacht durchzukommen. Ein gedrosselter Ofen qualmt und verrußt den Schornstein.

Holz und Lagerung

Zwei Jahre Lagerung unter Dach und mit Luftzug rundum. Frisch geschlagenes Holz hat über 50 Prozent Feuchte — damit heizt man Wasser, nicht das Haus.

Nicht in Folie und nicht im Keller. Beides hält die Feuchte im Holz.

Ein Feuchtemessgerät kostet wenig und beantwortet die Frage zuverlässiger als jede Faustregel.

Kein behandeltes Holz, keine Spanplatten, kein Papier außer zum Anzünden. Es ist verboten, es schädigt den Ofen und der Schornsteinfeger sieht es.

Was wir übernehmen

Aufstellung und Anschluss von Kaminöfen, Aufbau von Kachelöfen und Heizkaminen mit Partnerbetrieb, Zuluftleitungen, nicht brennbare Bodenplatten und Wandverkleidungen, Verkleidungen aus Naturstein und Putz, Abstimmung mit dem Schornsteinfeger und die Koordination bei Schornsteinsanierung.

Wo ein Schornstein nachgerüstet oder saniert werden muss, arbeiten wir mit dem Spengler und dem Schornsteinbauer zusammen. Die Koordination bleibt bei uns.

Leistung richtig wählen

Der häufigste Fehler bei Kaminöfen ist eine zu hohe Nennwärmeleistung. In einem gedämmten Haus reicht deutlich weniger, als die meisten annehmen.

Ein zu großer Ofen wird gedrosselt betrieben, weil es sonst unerträglich warm wird — und gedrosselt qualmt er, verrußt die Scheibe und den Schornstein und stößt ein Vielfaches an Feinstaub aus.

Ein richtig dimensionierter Ofen läuft im Volllastbereich, brennt sauber und hält die Scheibe klar. Die passende Leistung ergibt sich aus dem Raumvolumen und dem Dämmstandard — das rechnen wir vor der Auswahl, nicht danach.

Häufige Fragen

Brauche ich einen Schornstein?

Für einen Holzofen ja. Wo keiner vorhanden ist, kann ein Edelstahlschornstein außen an der Fassade nachgerüstet werden — das ist genehmigungsrelevant und in Gebieten mit Gestaltungssatzung nicht überall zulässig.

Darf ich meinen alten Ofen weiter betreiben?

Das hängt am Baujahr und an den Emissionswerten. Für ältere Geräte gelten gestaffelte Fristen mit Ausnahmen. Ihr Schornsteinfeger sagt Ihnen verbindlich, was für Ihr Gerät gilt.

Wie lange dauert der Einbau?

Ein Kaminofen ist an einem Tag angeschlossen. Ein Kachelofen oder Heizkamin braucht mehrere Tage bis Wochen, dazu Trocknungszeiten — er wird nicht sofort voll geheizt, sondern langsam hochgefahren.

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