Photovoltaik — Auslegung, Montage und Anmeldung
Bei einer Photovoltaikanlage entscheiden zwei Dinge über die Wirtschaftlichkeit, und keines davon ist die Modulleistung: der Eigenverbrauchsanteil und der Zustand des Dachs.
Wir planen beides zusammen — als Betrieb, der auch das Dach macht.

Erst das Dach, dann die Anlage
Eine Photovoltaikanlage hält 25 Jahre und mehr. Eine Dacheindeckung, die in acht Jahren fällig wird, hält nicht so lange.
Wer die Anlage auf ein altes Dach setzt, zahlt später zweimal: für die Demontage und für die erneute Montage. Bei einem Einfamilienhaus ist das ein erheblicher Betrag — und er lässt sich vermeiden, indem man beides in einem Zug macht.
Deshalb sehen wir uns bei jeder Photovoltaikanfrage zuerst das Dach an: Zustand der Ziegel, Lattung, Unterspannbahn, Dämmung. Wenn ohnehin eine Sanierung ansteht, planen wir sie mit.
Was die Ausbeute bestimmt
Ausrichtung. Süden bringt den höchsten Jahresertrag. Ost-West bringt weniger insgesamt, dafür verteilt über den Tag — und damit oft einen höheren Eigenverbrauchsanteil, was wirtschaftlich mehr zählt.
Neigung. Zwischen 30 und 40 Grad ist optimal. Flachere Dächer verlieren wenig, sehr steile mehr.
Verschattung. Der kritischste Punkt. Ein Kamin oder ein Baum verschattet nicht nur ein Modul, sondern bei ungünstiger Verschaltung einen ganzen Strang. Leistungsoptimierer oder Modulwechselrichter lösen das — sie kosten mehr und rechnen sich bei Teilverschattung schnell.
Schnee. Im Fünfseenland relevant. Eine flach geneigte Anlage bleibt länger bedeckt. Die Verluste sind überschaubar, die Statik ist es nicht — Schneelast gehört in die Berechnung.
Auslegung nach Eigenverbrauch
Der Strom, den Sie selbst verbrauchen, ist das Vielfache dessen wert, was die Einspeisung bringt. Die sinnvolle Anlagengröße richtet sich deshalb nach dem Verbrauch, nicht nach der Dachfläche.
Mit Wärmepumpe steigt der Bedarf erheblich — und zwar im Winter, wenn die Anlage am wenigsten liefert. Wer beides plant, legt die Anlage größer aus, nicht den Speicher.
Mit Wallbox kann sich der Eigenverbrauch stark erhöhen, wenn tagsüber geladen wird. Überschussladen verwertet Sonnenstrom günstiger als jeder Speicher.
Ohne beides liegt der Eigenverbrauch eines Haushalts ohne Speicher bei etwa einem Viertel bis einem Drittel der Erzeugung.
Montage und Statik
Dachhaken werden auf den Sparren befestigt, nicht auf der Lattung. Wo die Sparrenlage nicht passt, kommen Sparrenanker oder eine Auswechslung dazu.
Ziegel anpassen. Unter jedem Haken wird der Ziegel ausgeklinkt. Wird das nicht gemacht, liegt der Ziegel auf und bricht beim ersten Schneedruck.
Statik. Eine Anlage wiegt mit Unterkonstruktion je Quadratmeter deutlich mehr als nichts — zusammen mit Schneelast ist das bei älteren Dachstühlen nachzuweisen.
Blitz- und Überspannungsschutz gehört dazu, ebenso die Einbindung in den Potenzialausgleich.
Anmeldung und Papierkram
Eine Anlage ist beim Netzbetreiber anzumelden und im Marktstammdatenregister einzutragen. Beides übernehmen wir.
Der Zählerplatz muss der aktuellen Norm entsprechen. Alte Zählerschränke müssen dafür oft komplett getauscht werden — das ist die Position, die Angebote unerwartet teuer macht, und wir prüfen sie vor dem Angebot.
Der Hausanschluss muss die Leistung aufnehmen können, besonders wenn Wallbox und Wärmepumpe dazukommen. Eine Verstärkung beantragt der Netzbetreiber, und das dauert.
Was nach der Inbetriebnahme zu tun ist
Eine Photovoltaikanlage läuft weitgehend wartungsfrei — vier Dinge sollten trotzdem im Blick bleiben.
Ertrag beobachten. Ein Blick pro Monat auf die Erzeugung genügt. Ein einzelner Strang, der ausfällt, fällt sonst monatelang nicht auf, weil die Anlage weiter Strom liefert.
Reinigung ist selten nötig. Regen reinigt flache Verschmutzung. Wo Laub, Moos oder Vogelkot dauerhaft liegen bleiben, lohnt eine Reinigung — bei sehr flachen Neigungen eher als bei steilen.
Verschattung prüfen. Bäume wachsen. Was bei der Planung kein Schatten war, kann es nach acht Jahren sein.
Wechselrichter. Das Bauteil mit der kürzesten Lebensdauer in der Anlage — hier ist im Lauf der Jahre mit einem Tausch zu rechnen. Er braucht einen kühlen, gut belüfteten Aufstellort; ein Dachboden im Sommer ist der falsche.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Anlage auf einem Ost-West-Dach?
Ja, häufig sogar besser als auf Süd. Der Jahresertrag ist geringer, die Erzeugung verteilt sich aber über den Tag — und damit steigt der Anteil, den Sie selbst verbrauchen. Genau das bestimmt die Wirtschaftlichkeit.
Brauche ich eine Genehmigung?
Für Aufdachanlagen auf Wohngebäuden in der Regel nicht. Bei Denkmalen und in Gebieten mit Gestaltungssatzung schon — das klären wir vorab mit dem Bauamt.
Wie lange dauert die Montage?
Bei einem Einfamilienhaus ein bis zwei Tage für die Montage, dazu der Elektroanschluss. Was länger dauert, ist die Anmeldung und der Zählerwechsel durch den Netzbetreiber.