Stromspeicher — was er leistet und was nicht
Ein Stromspeicher verschiebt Strom vom Tag in den Abend. Er verschiebt ihn nicht vom Sommer in den Winter — und genau dieses Missverständnis führt dazu, dass Speicher zu groß gekauft werden.
Wir legen aus, bauen ein und binden an — und sagen vorher, was sich rechnet.

Was ein Speicher tatsächlich tut
Am Tag erzeugt die Photovoltaikanlage mehr, als das Haus braucht. Der Überschuss geht ins Netz. Abends und nachts wird Strom zugekauft. Ein Speicher nimmt den Tagesüberschuss auf und gibt ihn abends ab.
Der Gewinn ist die Differenz zwischen dem, was Sie für zugekauften Strom zahlen, und dem, was Sie für eingespeisten bekommen. Je größer diese Spanne, desto eher lohnt der Speicher.
Die Grenze ist der Tagesrhythmus. Ein Speicher wird einmal am Tag geladen und entladen — mehr Zyklen gibt es nicht. Ein Speicher, der doppelt so groß ist wie der Abendverbrauch, ist zur Hälfte totes Kapital.
Die richtige Größe
Die sinnvolle Größe richtet sich nach dem Abendverbrauch, nicht nach der Anlagenleistung und nicht nach dem Jahresverbrauch.
Grobe Richtung: Ein Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht abends und nachts etwa die Hälfte davon, verteilt über 365 Tage — daraus ergibt sich der tägliche Bedarf, den ein Speicher decken kann.
Mit Wärmepumpe sieht es anders aus: Sie zieht im Winter am meisten, wenn die Anlage am wenigsten liefert. Der Speicher hilft dort kaum. Wer beides plant, sollte die Anlage größer auslegen statt den Speicher.
Mit Elektroauto kann sich das Bild drehen — wenn tagsüber geladen wird, braucht es keinen Speicher, sondern eine Steuerung.
Technik und Einbau
Lithium-Eisenphosphat ist heute der Standard: langlebig, temperaturstabil, ohne Kobalt. Zyklenzahlen von mehreren tausend sind üblich.
Aufstellort. Trocken, frostfrei, nicht in der prallen Sonne. Ein unbeheizter Keller ist meist ideal, eine ungedämmte Garage nicht.
Notstromfähigkeit ist eine eigene Entscheidung. Ein einfacher Speicher schaltet bei Netzausfall ab. Wer eine Ersatzstromfunktion will, braucht zusätzliche Technik und eine entsprechende Verkabelung — das lässt sich nachrüsten, ist aber teurer als gleich mitgemacht.
Anmeldung. Speicher sind beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister zu melden. Das übernehmen wir.
Was vorher geprüft wird
- Zählerplatz. Für neue Anlagen verlangen Netzbetreiber einen Zählerschrank nach aktueller Norm. Alte Zählerplätze müssen oft komplett getauscht werden — das ist die Position, die Angebote unerwartet teuer macht.
- Hausanschluss. Reicht die Leistung, wenn Wallbox und Wärmepumpe dazukommen?
- Verbrauchsprofil. Wann wird tatsächlich Strom gebraucht — das entscheidet über die Größe.
- Bestehende Anlage. Ältere Wechselrichter lassen sich nicht immer nachrüsten; dann braucht es einen zusätzlichen Batteriewechselrichter.
Das sehen wir uns gemeinsam an, bevor wir eine Aussage treffen.
Zusammenspiel mit Wärmepumpe und Wallbox
Sobald mehr als ein großer Verbraucher im Haus steht, geht es weniger um Speichergröße als um Steuerung.
Priorität festlegen. Was bekommt den Überschuss zuerst — Haushalt, Speicher, Wärmepumpe oder Auto? Eine sinnvolle Reihenfolge ist meist: Haushalt, dann Auto, wenn es steht, dann Speicher, dann Wärmepumpe zum Vorheizen des Puffers.
Überschussladen. Eine Wallbox, die nur lädt, wenn die Anlage liefert, verwertet Überschuss günstiger als jeder Speicher — sie kostet nichts extra an Kapazität.
Wärmepumpe als Speicher nutzen. Wer den Pufferspeicher mittags mit Sonnenstrom hochheizt, speichert Energie als Wärme statt in einer Batterie. Das ist die günstigste Speicherform, die es gibt.
Was bei Ihnen zusammenpasst, hängt an der Anlagengröße, am Verbrauch und daran, wann Sie zu Hause sind. Das besprechen wir bei der Besichtigung.
Häufige Fragen
Rechnet sich ein Speicher?
Das hängt an Ihrem Verbrauchsprofil, am Strompreis und an der Einspeisevergütung. Wir rechnen das mit Ihren tatsächlichen Zahlen durch und sagen offen, wenn es sich nicht lohnt. Ein zu großer Speicher ist der häufigste Fehlkauf in diesem Bereich.
Wie lange hält ein Speicher?
Die Hersteller geben meist zehn Jahre Garantie mit einer Restkapazität von etwa 80 Prozent. Technisch halten die Zellen oft länger. Das Gerät ist damit kein Verschleißteil, aber auch keine Anschaffung fürs Leben.
Habe ich mit Speicher Strom bei Stromausfall?
Nur mit Ersatzstromfunktion. Ohne sie schaltet der Speicher bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen ab. Wenn Ihnen das wichtig ist, sagen Sie es vor der Auslegung — nachrüsten ist teurer.