Was eine Badsanierung kostet — und wovon es abhängt
Eine Zahl ohne Zusammenhang hilft Ihnen nicht. Dieselbe Badgröße kann das Doppelte kosten — je nachdem, was hinter den Fliesen steckt.
Hier stehen die fünf Faktoren, die den Unterschied machen. Danach können Sie einschätzen, in welchen Bereich Ihr Bad fällt.

1. Was hinter den Fliesen liegt
Der größte Einzelfaktor, und der, den man vorher nicht sieht.
Verzinkte Stahlleitungen aus der Zeit vor 1975 rosten von innen. Wer sie beim Bad stehen lässt, saniert in zehn Jahren wieder. Der Austausch bedeutet Schlitze bis zum Steigstrang.
Fehlende Absperrmöglichkeiten. In vielen Altbauten lässt sich nur die ganze Wohnung absperren. Dann wird bei jedem Eingriff das Haus trockengelegt — und eine Absperrung nachzurüsten ist ein eigener Arbeitsgang.
Elektro ohne Schutzleiter. Im Bad ist das kein Bestandsschutzthema, sondern ein Sicherheitsthema. Der Kreis gehört erneuert, solange die Wand offen ist.
Keine Abdichtung unter den alten Fliesen. Häufig bei Bädern vor 1990. Dann kommt der alte Belag herunter, auch wenn er noch fest sitzt.
2. Die Aufbauhöhe
Sie entscheidet darüber, ob eine bodengleiche Dusche möglich ist — der häufigste Wunsch bei jeder Badsanierung.
Linienablauf an der Wand braucht Gefälle nur in eine Richtung und kommt mit weniger Höhe aus.
Punktablauf braucht Gefälle in vier Richtungen und mehr Aufbau.
Reicht beides nicht, bleibt eine flache Duschtasse oder die Rohdecke muss abgestemmt werden — das ist ein erheblicher Unterschied im Aufwand.
Was bei Ihnen geht, zeigt der Zollstock nach dem Öffnen des Bodenaufbaus. Deshalb steht im Angebot, welche Variante wir vorsehen und was die Alternative wäre, falls die Höhe nicht reicht.
3. Grundriss ändern oder nicht
Objekte an ihrem Platz lassen ist die günstigste Variante: Die Leitungen bleiben, wo sie sind.
WC versetzen ist der aufwendigste Einzelwunsch. Das Abwasserrohr braucht Gefälle, und das bestimmt, wohin es überhaupt gehen kann.
Wand versetzen lohnt sich häufiger, als man denkt — besonders bei kleinen Bädern, wo ein halber Meter über die Nutzbarkeit entscheidet. Ob die Wand tragend ist, klären wir vor dem Angebot.
4. Zugang und Wohnsituation
Der Posten, der Angebote am stärksten auseinandertreibt — und der, an den beim Vergleichen niemand denkt.
Im Einfamilienhaus mit Zufahrt: Container vor der Tür, kurze Wege, Material im Freien lagerbar.
In der Etagenwohnung ohne Aufzug: Jeder Sack Estrich und jeder Eimer Schutt wird getragen. In München kommt das Halteverbot für den Container dazu.
Im bewohnten Bad ohne zweites: Übergangslösung einrichten, in Abschnitten arbeiten, täglich reinigen. Das verlängert die Bauzeit spürbar.
5. Ausstattung
Der Faktor, den Sie am besten steuern können — und der kleinste von allen.
Zwischen einfachen und gehobenen Sanitärobjekten liegt weniger Unterschied, als die meisten erwarten. Wo es wirklich teuer wird: großformatige Fliesen mit hohem Verschnitt, Naturstein, Sonderanfertigungen und alles, was Lieferzeit hat.
Wo sich Sparen nicht lohnt: bei Abdichtung, Armaturen und Ablauf. Das sind die Bauteile, deren Austausch später bedeutet, die Fliesen wieder zu öffnen.
Wo Sie sparen können und wo nicht
Sinnvoll sparen: Objekte an ihrem Platz lassen. Standardformate bei Fliesen statt Großformat. Eigenleistung beim Ausräumen und beim Entfernen des alten Belags. Termine außerhalb der Hauptsaison.
Nicht sparen: an der Abdichtung, an den Leitungen und am Ablauf. Diese Bauteile lassen sich später nur austauschen, indem das Bad erneut geöffnet wird — dann zahlen Sie die Sanierung ein zweites Mal.
Der größte Hebel ist die Bündelung. Wer Bad und Leitungen zusammen angeht, muss die Wand nur einmal öffnen. Wer das Gäste-WC im selben Zug macht, spart die zweite Baustelleneinrichtung.
Was im Angebot stehen sollte
Damit Sie vergleichen können — bei uns und anderswo.
- Positionen mit Menge und Einheitspreis, nicht eine Pauschale für „Bad komplett". Nur so lässt sich streichen, wenn das Budget nicht reicht.
- Abbruch und Entsorgung getrennt ausgewiesen — das ist eine der größten Einzelpositionen.
- Die Abdichtung als eigene Position mit Angabe der Beanspruchungsklasse. Fehlt sie im Angebot, fragen Sie nach.
- Mögliche Positionen für das, was sich hinter den Fliesen zeigen könnte — mit Preis. Dann ist es später eine Entscheidung, keine Überraschung.
- Der Terminrahmen mit Bauabschnitten und den Entscheidungen, die bis wann feststehen müssen.
Häufige Fragen
Können Sie mir am Telefon eine Zahl nennen?
Eine Größenordnung ja, wenn Sie Größe, Baujahr und Wohnsituation nennen. Belastbar wird es erst nach der Besichtigung — und die kostet nichts.
Wie lange dauert ein Komplettbad?
Vier bis sieben Wochen. Was die Zeit bestimmt, sind Estrich und Abdichtung mit ihren Trocknungszeiten, nicht die Handwerkerstunden.
Lohnt sich eine Teilsanierung?
Wenn die Leitungen in Ordnung sind und eine Abdichtung vorhanden ist, ja. Sind sie es nicht, ist die Teilsanierung verlorenes Geld — dann wird in wenigen Jahren alles noch einmal geöffnet.