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Spenglerarbeiten — Dachrinnen, Kehlen und Anschlüsse

Die meisten Wasserschäden am Dach gehen nicht auf die Ziegel zurück, sondern auf die Anschlüsse: die Kehle zwischen zwei Dachflächen, den Übergang zum Kamin, die Verwahrung an der Gaube. Genau dort arbeitet der Spengler.

Es ist das Gewerk, das man am wenigsten sieht und am ehesten merkt, wenn es fehlt.

Spengler arbeitet an einer Dachverwahrung

Was dazugehört

Dachrinnen und Fallrohre. Halbrund oder kastenförmig, in Titanzink, Kupfer oder Aluminium. Entscheidend ist weniger das Material als das Gefälle: Eine Rinne ohne ausreichendes Gefälle steht voll und friert im Winter.

Kehlen. Wo zwei Dachflächen zusammenlaufen, läuft das Wasser beider Flächen. Die Kehle muss dafür breit genug sein — an zu schmalen Kehlen läuft das Wasser bei Starkregen seitlich über.

Anschlüsse an Kamin, Gaube und Wand. Hier trifft Dach auf etwas, das nicht Dach ist. Die Verwahrung muss beweglich bleiben: Mauerwerk und Dachstuhl arbeiten unterschiedlich, eine starre Verbindung reißt.

Fensterbänke und Attikaabdeckungen. Mit Wassernase und seitlicher Aufkantung. Fehlt die Nase, läuft das Wasser an der Fassade herunter und hinterlässt Streifen — der häufigste optische Mangel an sonst guten Fassaden.

Materialien und ihre Eigenheiten

Titanzink ist der Standard: langlebig, formbar, unauffällig grau werdend. Es verträgt allerdings keinen direkten Kontakt mit Kupfer — läuft Kupferwasser darüber, korrodiert das Zink. Wer eine Kupferrinne unter einem Zinkdach plant, plant einen Schaden.

Kupfer hält am längsten und wird mit den Jahren grün. Teurer, und im Ortsbild mancher Gemeinden nicht überall zulässig.

Aluminium ist leicht, günstig und in vielen Farben zu haben. Es dehnt sich stärker als Zink — die Befestigung muss das aufnehmen können.

Verzinkter Stahl ist die günstigste Lösung und die kurzlebigste. An Schnittkanten fängt er an zu rosten.

Woran man sieht, dass etwas fällig ist

  • Grüne Streifen an der Fassade unter der Rinne — sie läuft über oder ist undicht.
  • Feuchte Wand im Dachgeschoss neben dem Kamin — der Anschluss ist offen.
  • Tropfen am Fallrohr an einer Lötstelle — bei Zink lässt sich das nachlöten, bei Alu nicht.
  • Eiszapfen im Winter an derselben Stelle — dort steht Wasser, weil das Gefälle fehlt.
  • Pflanzen in der Rinne. Klingt harmlos, heißt: Die Rinne wurde seit Jahren nicht geräumt, und darunter sitzt meist schon Rost.

Wir sehen uns das an, wenn wir ohnehin am Objekt sind — und sagen Ihnen, ob es eilt oder ob es bis zur nächsten Dachsanierung warten kann.

Wo Spengler und Dachdecker sich treffen

Die Grenze zwischen beiden Gewerken verläuft mitten durch die Stellen, an denen es undicht wird — und genau das ist der Grund, warum wir sie nicht getrennt beauftragen.

Der Dachdecker verlegt die Fläche, der Spengler macht die Ränder. Wo beide aufeinandertreffen — an der Traufe, an der Kehle, am Ortgang —, entsteht bei getrennter Beauftragung die klassische Lücke: Jeder hat sein Gewerk fertig, und das Wasser läuft trotzdem.

Bei uns plant ein Bauleiter beides und nimmt beides gemeinsam ab. Für die Gewährleistung heißt das: ein Ansprechpartner. Sie müssen nicht herausfinden, welcher der beiden recht hat.

Was wir vor dem Angebot prüfen

  • Zustand der Traufbohle. Unter einer undichten Rinne ist das Holz darunter oft schon weich. Das sieht man erst, wenn die Rinne ab ist — deshalb steht es als mögliche Position im Angebot.
  • Vorhandenes Material. Neues Zink an alten Kupferteilen ist ein absehbarer Schaden.
  • Ortsgestaltungssatzung. In mehreren Gemeinden im Landkreis ist das Material der Dachentwässerung vorgegeben.
  • Zugang. Ob ein Gerüst nötig ist oder eine Hubarbeitsbühne genügt, macht im Preis den größten Unterschied.

Die Besichtigung kostet nichts, im gesamten Umkreis von 100 Kilometern.

Häufige Fragen

Lohnt es, Rinne und Dach zusammen zu machen?

Fast immer. Das Gerüst steht dann einmal statt zweimal, und die Rinne kann auf die neue Dachkante abgestimmt werden. Wer die Rinne fünf Jahre vor dem Dach erneuert, zahlt das Gerüst doppelt.

Wie oft muss eine Dachrinne gereinigt werden?

Bei Bäumen in der Nähe ein- bis zweimal im Jahr, sonst alle zwei bis drei Jahre. Im Fünfseenland eher öfter — Laub und Nadeln sind hier kein Sonderfall.

Kann ein Laubschutz das ersetzen?

Er verringert den Aufwand, ersetzt ihn nicht. Feines Material geht durch jedes Gitter und setzt sich darunter fest. Ein Laubschutz ohne jede Kontrolle führt dazu, dass man den Zustand darunter jahrelang nicht sieht.

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