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Schreinerarbeiten im Bestand — Tutzing und Landkreis Starnberg

Im Altbau hat kaum eine Öffnung ein Standardmaß. Türstöcke sind gewachsen, Wände laufen zusammen, Böden haben Gefälle. Maßarbeit ist hier nicht der gehobene Wunsch, sondern die Voraussetzung dafür, dass etwas passt.

Wir arbeiten im Landkreis Starnberg, in München und im Umkreis von rund 100 Kilometern — und wir messen jedes Stück vor Ort auf, bevor etwas bestellt wird.

Schreiner beim Anzeichnen an einem Werkstück

Was wir schreinern

Innentüren und Zargen. Im Bestand selten in Standardmaßen. Wir messen jede Öffnung einzeln auf, prüfen Wandstärke und Falzrichtung und gleichen Verzug im Mauerwerk über die Zarge aus. Wo ein alter Stock erhalten bleiben soll, wird das Blatt darauf angepasst statt umgekehrt.

Einbauschränke. Unter Dachschrägen, in Nischen, um Vorsprünge herum — überall dort, wo ein Möbelstück von der Stange Platz verschenkt. Die Rückwand folgt der Wand, nicht der Winkelmessung.

Treppen. Neubau, Sanierung bestehender Stufen, Aufdopplung mit neuem Belag. Steigungsverhältnis und Auftrittsbreite sind vorgeschrieben und im Altbau oft grenzwertig — das prüfen wir vor dem Angebot.

Arbeitsplatten und Verkleidungen. Küchenplatten mit Ausschnitten für Spüle und Kochfeld, Fensterbänke, Heizkörperverkleidungen, Sockel und Leisten.

Holz oder Holzwerkstoff — was wo sinnvoll ist

Massivholz arbeitet mit der Luftfeuchte. Das ist kein Mangel, sondern Eigenschaft: Eine Massivholztür wird im Winter schmaler und im Sommer breiter. Bei Türen und Treppen ist das eingeplant, bei großen Flächen wird es zum Problem.

Furnierte Platten sehen aus wie Massivholz, bleiben aber maßhaltig. Die richtige Wahl für Schrankfronten, Verkleidungen und alles, was großflächig ist.

Beschichtete Platten sind unempfindlich und günstig. Im Innenausbau überall dort sinnvoll, wo die Oberfläche nicht im Blick steht — Schrankkorpusse, Rückwände, Einbauten in Abstellräumen.

Im Bad und in der Küche zählt zusätzlich die Feuchtebeständigkeit der Trägerplatte. Eine normale Spanplatte quillt an der Schnittkante auf, sobald Wasser hinkommt, und geht nicht mehr zurück.

Wann der Schreiner drankommt

Im Bauablauf steht die Schreinerei fast am Ende — nach Estrich, Fliesen und Malerarbeiten, vor der Endmontage. Der Grund ist einfach: Türen und Einbauten werden auf den fertigen Boden aufgemessen, nicht auf den Rohbau.

Daraus folgt ein Punkt, der oft übersehen wird: Lieferzeiten laufen nicht ab dem Auftrag, sondern ab dem Aufmaß. Wer eine Maßanfertigung will, muss den Estrich rechtzeitig einbauen lassen. Bei uns steht deshalb im Terminplan, wann das Aufmaß spätestens sein muss, damit der Einbautermin hält.

Oberflächen und was sie aushalten

Die Oberfläche entscheidet darüber, wie ein Möbel in zehn Jahren aussieht — mehr als das Holz darunter.

Geölt lässt die Struktur spürbar, fühlt sich warm an und ist ausbesserungsfähig: Ein Kratzer wird nachgeölt, nicht überschliffen. Dafür braucht es alle ein bis zwei Jahre eine Auffrischung, und gegen Rotwein hilft schnelles Wischen.

Lackiert ist unempfindlich gegen Flecken und pflegeleicht. Ein tiefer Kratzer lässt sich allerdings nicht örtlich ausbessern — dann muss die ganze Fläche neu.

Gewachst steht dazwischen und passt zu Altbaumöbeln, die ohnehin Patina zeigen sollen.

Im Bad und in der Küche kommt die Frage der Fugen dazu: Wo eine Arbeitsplatte an die Wand stößt, gehört eine Wartungsfuge hin, keine starre Verbindung. Sie wird nach Jahren erneuert — das ist normal und eingeplant.

Was wir vor Ort klären

Wir messen jedes Stück selbst auf. Drei Dinge zeigen sich dabei regelmäßig und lassen sich aus der Ferne nicht beurteilen:

  • Wände sind nicht im Lot. Bei einem Einbauschrank über drei Meter Länge sind zwei Zentimeter Abweichung normal. Sie werden über die Blende ausgeglichen, nicht über den Korpus.
  • Böden haben Gefälle. Eine Küchenzeile wird auf verstellbare Füße gesetzt, die Sockelblende danach angepasst.
  • Leitungen liegen im Weg. Was hinter einer Wand verläuft, sehen wir mit dem Ortungsgerät, bevor gebohrt wird.

Die Besichtigung kostet nichts — im Landkreis Starnberg, in München und im Umkreis von rund 100 Kilometern.

Häufige Fragen

Machen Sie auch einzelne Türen?

Ja. Eine einzelne Innentür genauso wie die komplette Ausstattung eines Hauses. Bei einer einzelnen Tür lohnt es sich oft, gleich zu prüfen, ob die anderen dasselbe Alter haben — der zweite Einsatz kostet mehr als die zweite Tür.

Können alte Türen erhalten bleiben?

Häufig ja. Alte Kassettentüren sind meist besser gebaut als neue Standardware. Aufarbeiten, neu lackieren und mit modernen Bändern und Dichtungen versehen ist oft günstiger als Ersatz — und im Ortskern mit Gestaltungssatzung manchmal auch die einzige zulässige Lösung.

Wie lange dauert eine Maßanfertigung?

Nach dem Aufmaß rechnen Sie mit mehreren Wochen bis zur Lieferung, je nach Material und Oberfläche. Der Einbau selbst geht schnell. Deshalb steht das Aufmaß bei uns früh im Terminplan, nicht kurz vor dem Einbau.

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