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Organisation — Termine, Gewerke und der wöchentliche Stand

Organisation ist das dritte der vier Wörter, die seit 1992 auf unseren Fahrzeugen stehen — und das, dessen Fehlen man auf einer Baustelle am schnellsten merkt.

Sie entscheidet nicht darüber, ob gut gearbeitet wird, sondern darüber, wie lange es dauert und wie viel Leerlauf dazwischen liegt.

Bauleiter und Handwerker besprechen den Plan

Warum Leerlauf teurer ist als Arbeitszeit

Der teuerste Teil einer Renovierung ist selten das Material, sondern die Zeit zwischen den Gewerken.

Wer jedes Gewerk einzeln beauftragt, verhandelt siebenmal über Termine — und jeder Betrieb plant nach seinem eigenen Kalender. Zwischen dem Estrich und den Fliesen liegen dann nicht drei Wochen Trocknung, sondern fünf, weil der Fliesenleger in Woche vier auf einer anderen Baustelle ist.

Läuft alles über einen Betrieb, lässt sich intern verschieben: Fällt ein Gewerk aus, rückt ein anderes vor. Bei sieben Einzelaufträgen entsteht an derselben Stelle eine Woche Leerlauf, die niemand bezahlt bekommt — außer Ihnen.

Wie ein Terminplan entsteht

Drei Dinge bestimmen ihn, und nur eines davon lässt sich beeinflussen.

Trocknungszeiten. Estrich, Putz, Spachtelmasse. Sie sind die festen Punkte, um die herum geplant wird. Jeder Versuch, sie zu verkürzen, rächt sich mit Rissen.

Lieferzeiten. Fenster, Sanitärobjekte, Sonderformate. Sie laufen ab Aufmaß, nicht ab Auftrag — deshalb steht das Aufmaß bei uns früh im Plan.

Gewerkefolge. Was muss fertig sein, bevor das Nächste anfangen kann. Hier liegt der Spielraum, und hier wird koordiniert.

Der wöchentliche Stand

Sie bekommen jede Woche vier Angaben: was fertig ist, was als Nächstes kommt, ob sich etwas verschoben hat und welche Entscheidung bis wann gebraucht wird.

Der letzte Punkt ist der wichtigste. Bauherren werden selten von schlechter Arbeit überrascht, sondern von Entscheidungen, die sie nicht auf dem Schirm hatten — Fliesenformat, Türblätter, Steckdosenpositionen.

Die Durchwahl des Bauleiters haben Sie. Es gibt keine Zentrale, die weiterverbindet, und keinen Ansprechpartner, der während der Bauzeit wechselt.

Material und Anlieferung

Ein oft unterschätzter Teil der Organisation. Material, das zu früh kommt, steht im Weg und wird beschädigt. Material, das zu spät kommt, hält alles auf.

Lagerfläche. Wo können Fliesen, Türen und Sanitärobjekte trocken und sicher stehen? Im Bestand ist das oft die schwierigere Frage als der Einbau selbst.

Anlieferung. Enge Zufahrten, fehlende Wendemöglichkeit, Halteverbot in München. Das wird vorher geklärt, nicht am Tag der Lieferung.

Container. Standplatz, Genehmigung bei Aufstellung im öffentlichen Raum, Abholtermine. Ein voller Container, der drei Tage steht, blockiert die Baustelle.

Nachunternehmer

Ausgeführt wird von festen Partnerbetrieben — Trockenbau, Maurer, Maler, Dach, Zimmerei, Spengler, Elektro und Glaser.

Für Sie ändert das nichts: Vertragspartner sind wir, die Koordination bleibt bei uns, und bei Mängeln ist ein Ansprechpartner zuständig. Wenn ein Nachunternehmer nicht liefert, ist das unser Problem — nicht Ihres.

Dass wir seit Jahren mit denselben Betrieben arbeiten, ist kein Zufall. Es ist der einzige Weg, wie Koordination im Alltag funktioniert.

Baustelle im bewohnten Haus

Rund die Hälfte unserer Aufträge läuft, während jemand im Haus wohnt. Das ist vor allem eine Frage der Organisation, nicht des Handwerks.

Abschnitte statt Parallelbetrieb. Dieselbe Sanierung dauert leer zehn und bewohnt sechzehn Wochen. Das ist kein Aufschlag, sondern die Folge davon, dass Gewerke nacheinander arbeiten müssen.

Bad und Küche nie gleichzeitig. Eine der beiden bleibt nutzbar. Wo das nicht geht, richten wir eine Übergangslösung ein, bevor die Arbeiten anfangen.

Staubschutz und Wege. Schutzwände mit Reißverschluss, Absaugung am Gerät, abgedeckte Wege, abends besenrein.

Lärm ankündigen. Wir sagen vorab, an welchen Tagen gestemmt wird — damit Sie sich darauf einstellen können und nicht ein Videotermin dazwischenfällt.

Häufige Fragen

Wie oft ist der Bauleiter vor Ort?

In der heißen Phase — Rohbau, Estrich, Endmontage — täglich. Dazwischen nach Bedarf. Wann das bei Ihrem Vorhaben ist, sagen wir vorab.

Was passiert, wenn sich etwas verschiebt?

Sie erfahren es im wöchentlichen Stand, mit dem neuen Termin und dem Grund. Wir verschieben lieber intern andere Gewerke nach vorn, als eine Woche Leerlauf entstehen zu lassen.

Kann ich selbst Gewerke beauftragen?

Ja, das kommt vor. Dann gehört es in den Terminplan, und wir brauchen einen Ansprechpartner bei diesem Betrieb. Für dessen Termintreue können wir allerdings nicht einstehen — das ist der Punkt, an dem gemischte Vergabe oft hakt.

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